Norms, Power Relations and Injustices in Digitality: Global Perspectives. An Introduction to the Special Section on Content Moderation

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.60678/gmj-de.v15i2.360

Schlagworte:

Content moderation, gatekeeping, social media, digital public sphere, freedom of expression, censorship

Abstract

Diese Einführung in die Special Section des Global Media Journal – German Edition analysiert kritisch die Governance-Herausforderungen der Regulierung von Online-Inhalten im digitalen Zeitalter. Sie argumentiert, dass das Löschen von Inhalten, die nach geltenden Normen als illegal, schädlich oder anderweitig unzulässig gelten, häufig als neutraler Akt des Gatekeepings gerahmt wird, obwohl diese Praxis in konflikthafte Macht- und Aushandlungsverhältnisse eingebettet ist und bislang belastbare analytische Rahmen fehlen, um ihre gesellschaftlichen Auswirkungen auf Meinungsfreiheit, Sicherheit und soziale Gerechtigkeit systematisch zu erfassen. Die Autor:innen verweisen auf historische Parallelen zu vormodernen Zensurkonflikten im Zuge der Einführung des Buchdrucks und betonen, dass die digitale Öffentlichkeit Formen robuster kommunikativer Zivilität erfordert, die über rein technische Regulierungs- und Moderationslösungen hinausgehen. Die gegenwärtigen Praktiken der Content Moderation machen dabei grundlegende Spannungen sichtbar: Plattformen greifen zunehmend auf automatisierte Moderationssysteme zurück, was einerseits neue ethische Problemkonstellationen hervorbringt und andererseits das Risiko birgt, problematische Inhalte zu reproduzieren oder zu verstärken, während zugleich die prekären, gering entlohnten und hoch belastenden Arbeitsbedingungen menschlicher Moderator:innen („Clickworker“) auf strukturelle Ausbeutungsverhältnisse innerhalb der Plattformökonomie verweisen. Die Special Section adressiert diese Forschungslücken anhand von vier Fallstudien.

Autor/innen-Biografien

Christoph Böhm, Hochschule der Medien Stuttgart, Deutschland

Christoph Böhm (Dr. phil.) ist Informatiker und war bis 2024 bei der SAP SE tätig, mit zentralen Aufgaben in den Bereichen Unternehmensstrategie und Wirtschaftsethik. Nach der Promotion in Philosophie an der Universität Freiburg im Jahr 2023 widmet er sich unabhängiger Forschung im Bereich der verantwortungsvollen Digitalisierung. In seinen jüngsten beruflichen Tätigkeiten konzentrierte sich Böhm auf die Nachhaltigkeit von Informationstechnologien. Die zentralen Themen seiner aktuellen wissenschaftlichen Arbeit sind die praktische Anwendung und die akademische Vermittlung philosophischer Erkenntnisse zur Digitalität. Ein zentrales Ziel seiner Forschung ist die Förderung eines verantwortungsvollen Umgangs mit digitalen Technologien in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Oliver Zöllner, Hochschule der Medien Stuttgart

Oliver Zöllner (Prof. Dr. phil.) ist Professor für Medienforschung, Mediensoziologie und Digitale Ethik im Studiengang Digital- und Medienwirtschaft an der Hochschule der Medien Stuttgart und lehrt zudem als Honorarprofessor an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Er ist Mitbegründer und gemeinsamer Direktor des Instituts für Digitale Ethik an der Hochschule der Medien Stuttgart. Zöllners aktuelle Forschungsschwerpunkte umfassen Fragen der digitalen Transformation sowie damit verbundene Aspekte reflexiver Medienkompetenz und digitaler Ethik. Von 1997 bis 2004 leitete er die Abteilung Markt- und Medienforschung bei der Deutschen Welle, Deutschlands internationalem Rundfunkanbieter.

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Veröffentlicht

30.12.2025

Zitationsvorschlag

Böhm, C., & Zöllner, O. (2025). Norms, Power Relations and Injustices in Digitality: Global Perspectives. An Introduction to the Special Section on Content Moderation. Global Media Journal - German Edition, 15(2). https://doi.org/10.60678/gmj-de.v15i2.360

Ausgabe

Rubrik

Special Section: Norms, Power Relations and Injustices in Digitality