Infrastructuring the Digital Border: Surveillance, Political Subjectivization, and the Struggle against the Border-Industrial Complex
DOI:
https://doi.org/10.60678/h5sg9720Schlagwörter:
Digitale Grenze, Digitale Grenzinfrastruktur, Infrastrukturelle Mediation, Migration, mediale Darstellung, Grenzen, Grenz-Industrieller KomplexAbstract
Kritik an digitalen Grenzinfrastrukturen adressiert häufig die Verletzung der Rechte von Migrant:innen durch Überwachung und automatisierte Entscheidungsprozesse. Es ist jedoch verkürzt, das Problem im falschen Einsatz einzelner Technologien zu verorten. Dieser Essay argumentiert, dass mit der digitalen Grenze die inhärenten Ausschlüsse und die Gewalt von Grenzen mit dem Versprechen technischer Lösungen verschmelzen und so zum lukrativen Geschäftsmodell werden. Digitale Grenzinfrastrukturen dienen nicht einfach nur der Kontrolle von Migration. Sie schaffen zugleich die Voraussetzungen, insbesondere die Vorstellung bedrohter Grenzen, die ihre eigene Ausweitung immer wieder als notwendig legitimieren. Ausgehend von Ansätzen der kritischen Migrationsforschung, der Science and Technology Studies, der Medien- und Kommunikationswissenschaft sowie Reflexionen aus der solidarischen Arbeit mit Flüchtenden analysiert der Essay digitale Grenzinfrastrukturen verschränkten in ihren materiellen, diskursiven und ökonomischen Ebenen. Die digitalen Grenzinfrastrukturen wirken sich nicht nur auf die Praktiken der Kontrolle und Überwachung aus, sondern verändern auch die Sichtbarkeit, das Wissen und politische Subjektivitäten, die im Bezug zu Grenzen hervortreten. Darstellungen von Migration als Sicherheitsrisiko stabilisieren einen sich selbst verstärkenden Kreislauf der Grenzmilitarisierung und können nicht losgelöst von ihrem infrastrukturellen Kontext verstanden werden, sondern. Vor diesem Hintergrund hinterfragt der Essay politische Strategien, die auf Menschenrechte, Gegenüberwachung oder die Herstellung von Sichtbarkeit setzen. Stattdessen plädiert er dafür, die digitale Grenzinfrastruktur und ihre materiellen Verflechungen mit Polizei und Rüstungsindustrie in den Mittelpunkt der politischen Analyse zu rücken. Dadurch wird es möglich grenzabolitinistische Politik über den Bereich der Migration hinaus zu denken und sie mit politischen Bewegungen gegen Militarisierung und Überwachung verbinden.
Acknowledgement
This paper forms part of a broader collaborative initiative among various Global Media Journal editions. Parallel papers address a shared theme from the perspective of each national edition. ‘Media and Borders’ was selected for the Summer 2026 collaboration. Additional contributions are provided by the Indian edition and the Turkish edition.
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