Journalism Without Horizons: Media Power and the Erosion of Cosmopolitan Reporting in South Asia
DOI:
https://doi.org/10.60678/twtsk324Schlagwörter:
Kosmopolitischer Journalismus, Nationalismus und Nachrichtenmedien, Cross-border Berichterstattung, Südasien, Medien und KonfliktAbstract
Der Beitrag untersucht die strukturellen Barrieren für einen kosmopolitischen Journalismus in Südasien und argumentiert, dass sich der Journalismus der Region mit drei sich überlagernden geografischen Ordnungen auseinandersetzen muss: den kolonialen Kartografien, den Souveränitäten der Zeit nach der Teilung Südasiens sowie den zivilisatorischen Kontinuitäten. Anstatt diese komplexen Realitäten zu vermitteln, ist der Journalismus zu einem Ort geworden, an dem Grenzen durch politische, kommerzielle und plattformbezogene Logiken diskursiv verfestigt werden. Innerhalb des indischen Subkontinents nimmt der indische Journalismus dabei eine doppelte Rolle ein: Einerseits ist er selbst strukturellen Zwängen unterworfen, andererseits verfügt er aufgrund seiner Größe und seiner Dominanz auf digitalen Plattformen über einen überproportionalen Einfluss. Indem der Essay Ultranationalismus nicht als episodische Verzerrung, sondern als strukturelles Merkmal journalistischer Praxis versteht, zeigt er auf, wie Medienorganisationen ihre redaktionellen Agenden aus Gründen institutionellen Überlebens an staatliche Narrative anpassen. Der Beitrag verlagert den Fokus von den sichtbaren „Schlagzeilenkriegen“ auf die weniger offensichtliche Erosion der humanistischen Funktion des Journalismus. Damit macht er deutlich, was dabei verloren geht: Journalismus als Instrument der Übersetzung, der Zurückhaltung und der moralischen Vorstellungskraft über umkämpfte Grenzen hinweg.
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