Cross-border Collaboration as Modus Operandi for Arab Public Interest Journalism

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.60678/4svmt729

Schlagwörter:

Arabische Medien, Solidarität, Ungerechtigkeit, digitale Bürgerschaft, investigativer Journalismus, Exil, Spyware

Abstract

Trotz restriktiver gesetzlicher Rahmenbedingungen, konzentrierter Eigentumsstrukturen und der Einschüchterung von Medienschaffenden in arabischen Ländern, die unabhängige Berichterstattung mit erheblichen Risiken verbinden, sind in der gesamten Region digitale Medieninitiativen entstanden. Diese verfolgen das Ziel, wichtige Einblicke in Angelegenheiten von öffentlichem Interesse bereitzustellen, die von staatlich kontrollierten Medien häufig unterdrückt oder ausgeblendet werden. Obwohl diese Initiativen im digitalen Raum blockiert und außerhalb des Internets durch staatliche Akteure schikaniert werden, bestehen sie gegen erhebliche Widerstände fort und stützen sich dabei häufig auf grenzüberschreitende Unterstützungsnetzwerke. Diese Solidaritätsnetzwerke verweisen auf eine Vielzahl innovativer transnationaler Interaktionen, die entstehen, wenn Medienschaffende nationale Anliegen durch regionale und globale Allianzen verfolgen. Der Beitrag untersucht zentrale Merkmale dieser Interaktionen vor dem Hintergrund einer bestehenden Tradition intraregionaler grenzüberschreitender Vernetzung, die durch gemeinsame sprachliche und historische Bezugspunkte begünstigt wird. Dabei vergleicht er den Panarabismus unabhängiger, am öffentlichen Interesse orientierter Medien mit jenem der etablierten Mainstream-Medien und analysiert deren jeweilige Leitwerte sowie ihre Vereinbarkeit mit einem Verständnis von Nation, das auf Inklusion und Pluralismus beruht und sich von spaltenden konfessionalistischen Tendenzen abgrenzt, die zur Verschärfung gesellschaftlicher Konflikte beitragen. Anhand von Beispielen grenzüberschreitender Zusammenarbeit innerhalb der Region und darüber hinaus zeigt der Beitrag abschließend, dass die Vielfalt dieser Verbindungen und Beziehungen zur Stabilisierung eines ansonsten äußerst fragilen Ökosystems öffentlichkeitsorientierter Medien beiträgt.

Autor/innen-Biografie

  • Naomi Sakr, University of Westminster

    Naomi Sakr ist emeritierte Professorin für Medienpolitik am Communication and Media Research Institute (CAMRI) der University of Westminster. Ihre Forschung zur politischen Ökonomie arabischer Medien befasst sich mit Eigentums- und Kontrollstrukturen im Journalismus sowie in der kulturellen Produktion und untersucht deren Schnittstellen zu Menschenrechten. Innerhalb dieses Forschungsfeldes hat sie zu Themen wie Media Sustainability und Innovation, staatlicher Fernsehpolitik – mit besonderem Fokus auf Ägypten, Jordanien und Saudi-Arabien –, der Regulierung von Kinderfernsehen sowie dem Medienaktivismus von Frauen unter autoritären Regimen publiziert. Zu ihren Büchern zählt Transformations in Egyptian Journalism (2013). Darüber hinaus war sie als Beraterin für die UNESCO, das UNDP, das Media Diversity Institute und weitere Organisationen tätig.

Veröffentlicht

14.07.2026

Ausgabe

Rubrik

Special Section: Essays on Nationalism, Conflict and Media

Zitationsvorschlag

Sakr, N. (2026). Cross-border Collaboration as Modus Operandi for Arab Public Interest Journalism. Global Media Journal - German Edition, 16(1). https://doi.org/10.60678/4svmt729