Reporting Web3: Challenges of Technology Journalism in Serving Informed Publics in Europe

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.60678/chxj7t92

Schlagwörter:

Technologiejournalismus, vergleichende Forschung, Web3, quantitative Inhaltsanalyse, qualitative Inhaltsanalyse, Journalismusanalyse, Blockchain, Crypto

Abstract

Der Beitrag untersucht die Berichterstattung über Web3 in general-interest-Medien in vier europäischen Ländern: Deutschland, Spanien, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich. Die Analyse dieser Berichterstattung dient als Ausgangspunkt für eine weiterführende Diskussion über Qualitätsstandards im Technologiejournalismus und dessen Beitrag zur Förderung einer informierten Öffentlichkeit.

Auf Grundlage des Forschungsstands zum Technologiejournalismus und seiner Rolle bei der Unterstützung informierter öffentlicher Diskurse werden die Ergebnisse einer kombinierten quantitativen und qualitativen Inhaltsanalyse vorgestellt. Ziel der Untersuchung ist es, zu analysieren, wie das komplexe Technologiethema Web3 in den vier betrachteten Ländern medial dargestellt wird. Zur Einordnung und Kontextualisierung der Befunde werden ergänzend Interviews mit Journalistinnen und Journalisten herangezogen.

Die Ergebnisse weisen auf drei zentrale Herausforderungen hin, die in allen untersuchten Ländern zu beobachten sind: Erstens dominiert eine ereignisorientierte gegenüber einer prozessorientierten Berichterstattung. Zweitens zeigt sich eine thematische Verengung auf finanzielle Anwendungen der Web3-Technologie, insbesondere auf Kryptowährungen. Drittens ist die Vielfalt der herangezogenen Quellen vergleichsweise begrenzt.

Abschließend diskutiert der Beitrag, inwieweit die identifizierten Trends in der Web3-Berichterstattung exemplarisch für die Potenziale und Herausforderungen des gegenwärtigen Technologiejournalismus stehen.

Autor/innen-Biografien

  • Katja Leifheit, Hochschule der Medien

    Katja Leifheit ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule der Medien Stuttgart, wo sie zuvor Audiovisuelle Medien (B.Eng.) und Medienmanagement (M.A.) studiert hat. Als externe Doktorandin am Lehrstuhl für Innovationsmanagement & Medien der Bauhaus-Universität Weimar promoviert sie zur KI Adoption in der Film- und Fernsehbranche.

  • Judith Pies, Hochschule der Medien

    Judith Pies ist Professorin für Datenjournalismus an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Sie promovierte in Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt. Ihre Forschungsschwerpunkte sind internationaler und transkultureller Journalismus mit besonderem Fokus auf die MENA-Region, Medien in Konflikten sowie Medienverantwortlichkeit. Im Jahr 2018 gründete sie die Organisation „Medien | Kompetenz | International“, die internationale Medienberatung und Schulungen im Bereich Medienkompetenz anbietet. 

  • Hilde Van den Bulck, Drexel University

    Hilde Van den Bulck ist Professorin und Leiterin des Fachbereichs Kommunikation an der Drexel University. Sie verbindet ihre Fachkenntnisse zu Medienstrukturen und -politik mit denen zu Medienkulturen und konzentriert sich dabei auf die Auswirkungen der Digitalisierung auf traditionelle Medien, insbesondere auf öffentlich-rechtliche Medien. Ihr aktuelles Projekt befasst sich mit den Auswirkungen von Datafizierung, Algorithmisierung und Plattformisierung auf die epistemische Handlungsfähigkeit der Bürger und analysiert, wie Medien dazu beitragen können, die epistemische Krise im digitalisierten öffentlichen Raum zu lösen, anstatt sie zu verschärfen.

  • Alessandro D'Arma, University of Westminster

    Alessandro D’Arma ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der School of Media and Communication der University of Westminster, wo er zudem als Leiter des Doktorandenprogramms der Fakultät tätig ist. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Kommunikationspolitik, wobei er sich insbesondere mit öffentlich-rechtlichen Medien, Medienpolitik und dem digitalen Wandel in der Medienbranche befasst.

  • Marius Dragomir, Media and Journalism Research Center/Universität von Santiago de Compostela, Spanien

    Marius Dragomir ist Direktor des Media and Journalism Research Center. Er ist als Professor an der Central European University (CEU) in Wien tätig, wo er Kurse in Journalismus und Forschungsdesign sowie Praxisseminare zu den Themen Interessenvertretung und politisches Engagement unterrichtet. Darüber hinaus ist er als Forscher an der Universität von Santiago de Compostela tätig. In den letzten 35 Jahren hat sich Dragomir auf Bereiche wie Medien- und Kommunikationsregulierung, digitale Medien, Governance öffentlich-rechtlicher Medien, Rundfunk, Geschäftsmodelle im Journalismus und Nachhaltigkeit der Medien sowie Regulierung der Medienbesitzverhältnisse spezialisiert. Derzeit leitet er ein Dutzend Forschungsprojekte, darunter „Media Influence Matrix“, „Global Media Finances“ und „State Media Monitor“. Im Jahr 2025 erhielt Dragomir den „Media and Democracy Karol Jakubowicz Award 2025“ für den „Media Capture Monitoring Report“, einem Forschungsbericht des Media and Journalism Research Center und des International Press Institute.

  • Minna Horowitz, University of Helsinki

    Minna Aslama Horowitz ist Dozentin an der Universität Helsinki und forscht unter anderem zu Kommunikationspolitik, Medienvertrauen und digitale Governance. Sie hat zahlreiche Publikationen zu den Themen Wandel der öffentlich-rechtlichen Medien, Regulierung von Plattformen, Information Disorders und digitale Informationskompetenz veröffentlicht. Neben ihrer akademischen Forschung arbeitet sie mit staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen sowie politischen Institutionen zusammen. Derzeit ist sie als Koordinatorin für das finnische Forschungskonsortium DECA (https://www.decatutkimus.fi/home) tätig, Mitglied des Nordic Observatory for Digital Media and Information Disorder (https://www.nordishub.eu/) und Fellow am Media and Journalism Research Center (https://journalismresearch.org/).

  • Marta Rodríguez-Castro, Universidade de Santiago de Compostela

    Marta Rodríguez Castro ist Assistant Professor am Institut für Kommunikationswissenschaften der Universidade de Santiago de Compostela (USC), wo sie der Forschungsgruppe „Novos Medios“ angehört. Sie promovierte im Fachbereich Zeitgenössische Kommunikation und Information und war 2022 Postdoktorandin an der Universität Porto. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf den öffentlich-rechtlichen Medien, insbesondere auf Public Value, Governance, Finanzierung und Regulierung im Rahmen der europäischen Kommunikationspolitik. Sie hat über zwanzig Artikel in führenden Fachzeitschriften wie Journalism Studies, European Journal of Communication, Journal of Information Policy und Journalism and Media veröffentlicht und mehrere Sammelbände herausgegeben. Marta hat an mehreren nationalen Forschungsprojekten teilgenommen, Forschungsaufenthalte an der CEU (Budapest) und am Hans-Bredow-Institut (Hamburg) absolviert und ist Mitglied im Vorstand der International Association of Public Media Researchers (IAPMR), von AGACOM und der IAMCR-Arbeitsgruppe „Public Media“.

  • Martín Vaz-Álvarez, Universidade de Santiago de Compostela

    Martín Vaz-Álvarez ist Assistant Professor an der Fakultät für Kommunikationswissenschaften der Universität Santiago de Compostela (USC), Träger des Sonderpreises für zeitgenössische Kommunikation und Information derselben Universität und Mitglied der Forschungsgruppe „Novos Medios“, wo er sich mit Technologie, künstlicher Intelligenz und journalistischen Werten, Co-Creation sowie Innovation im öffentlich-rechtlichen Rundfunk befasst. Zudem ist er stellvertretender Direktor für Innovation am RTVE-USC-Lehrstuhl für die Erforschung europäischer öffentlich-rechtlicher Medien, leitender Experte am Forschungszentrum für Medien und Journalismus sowie Mitglied des IDEGA (Institut für die wirtschaftliche Entwicklung Galiciens).

    Seine Forschung befasst sich mit der Schnittstelle zwischen KI, Journalismus und Medieninnovation, wobei der Schwerpunkt auf Governance, Partizipation und digitaler Transformation in öffentlich-rechtlichen Mediensystemen liegt. Er hat an mehreren nationalen und europäischen F&E-Projekten teilgenommen und war Gastforscher an der Vrije Universiteit Brussel (SMIT) sowie an der Stockholm School of Economics in Riga.

    Martín ist Autor von mehreren Beiträgen in führenden internationalen Fachzeitschriften wie Journalism, Journalism Studies , Communication & Society, El Profesional de la Información und Frontiers in Communication und Autor von Büchern und Beiträgen in Sammelbänden.

Veröffentlicht

14.07.2026

Ausgabe

Rubrik

Peer-Reviewed Artikel

Zitationsvorschlag

Leifheit, K., Pies, J., Van den Bulck, H., D'Arma, A., Dragomir, M., Horowitz, M., Rodríguez-Castro, M., & Vaz-Álvarez, M. (2026). Reporting Web3: Challenges of Technology Journalism in Serving Informed Publics in Europe. Global Media Journal - German Edition, 16(1). https://doi.org/10.60678/chxj7t92