Pressures on Minority Media in Hybrid Regimes: A Case Study of Hungarian-Language Media in Serbia

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.60678/2da3qv66

Schlagwörter:

Hybrides Regime, Media Capture, Minderheitenmedien, Ungarische Minderheit, Serbien, Interkulturelle Kommunikation

Abstract

Dieser Beitrag analysiert den politischen Druck auf ungarischsprachige Medien in der Vojvodina als Fallstudie zur Media Capture innerhalb eines hybriden Regimes in Serbien. Ausgangspunkt sind der theoretische Ansatz hybrider Regime (Levitsky & Way, 2010) und das Media Capture Konzept (Mungiu-Pippidi, 2013). Der Beitrag argumentiert, dass Minderheitenmedien einer spezifischen, doppelt legitimierten Form politischer Kontrolle unterliegen. Diese Kontrolle wirkt zum einen über die Mechanismen des hybriden Regimes auf staatlicher Ebene. Zum anderen wird sie auf Ebene der Gemeinschaft mit der Rhetorik der Verteidigung der Minderheitenidentität legitimiert.

Dabei wird politische Loyalität gegenüber der regierenden Minderheitenpartei als Verteidigung der Gemeinschaft dargestellt. Die (professionelle) kritische Distanz von Journalisten wird hingegen als Bedrohung der nationalen Identität umgedeutet. Die Fallstudie untersucht die Rolle des Bündnisses der Ungarn in der Vojvodina (AVH) und des Nationalrats der ungarischen nationalen Minderheit bei der Kontrolle des Medienraums. Zudem wird der transnationale finanzielle Einfluss Ungarns unter der Herrschaft von Viktor Orbán betrachtet.

Anschließend wird die interkulturelle Dimension des Problems untersucht. Ein vereinnahmtes Minderheitenmedium verliert seine Fähigkeit, als Raum zu dienen, Identitäten innerhalb der Minderheitengemeinschaft und im Verhältnis zur Mehrheitsgesellschaft auszuhandeln. Zugleich wird der interne Pluralismus der Gemeinschaft – in geschlechtlicher, generationeller und politischer Hinsicht – zugunsten eines homogenisierten Bildes der Gemeinschaft unterdrückt.

Der abschließende Abschnitt befasst sich mit dem Portal „Szabad Magyar Szó“. Es wurde nach der politisch motivierten Entlassung des Chefredakteurs der Tageszeitung „Magyar Szó“ gegründet. An diesem Beispiel wird untersucht, ob redaktionelle Unabhängigkeit außerhalb der Grenzen des vereinnahmten Mediensystems hergestellt werden kann oder ob sie nur durch erneuerte Institutionen möglich ist.

Autor/innen-Biografien

  • Dinko Gruhonjić, University of Novi Sad

    Dinko Gruhonjić ist außerordentlicher Professor für Journalismus am Institut für Medienwissenschaften der Philosophischen Fakultät der Universität Novi Sad, wo er Journalismus im Bereich der Nachrichtenagenturen, Mediensysteme sowie eine Lehrveranstaltung zu Medien, Minderheiten und Interkulturalität unterrichtet. Er promovierte an der Fakultät für Politikwissenschaften der Universität Belgrad. Er ist Programmdirektor des Unabhängigen Journalistenverbands der Vojvodina (NDNV), Chefredakteur des investigativen Portals VOICE (voice.org.rs) und Leiter des Novi Sad-Büros der Nachrichtenagentur Beta. Seit 1996 ist er als Journalist tätig und begann seine berufliche Laufbahn bei Radio 021 in Novi Sad. Seine wissenschaftliche und journalistische Arbeit konzentriert sich auf Mediensysteme im westlichen Balkan, die Rechte von Minderheitenmedien, hybride journalistische Genres und interkulturelle Kommunikation. Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Beiträge und Monografien, darunter Hybride journalistische Genres (2021). Für seine journalistische und zivilgesellschaftliche Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem „Dušan Bogavac“-Preis für journalistische Ethik und Mut sowie dem Weimarer Menschenrechtspreis für Menschenrechte und Medienfreiheit (2024). Er ist Mitglied des PEN-Zentrums Bosnien und Herzegowina.

  • Smiljana Milinkov, University of Novi Sad

    Smiljana Milinkov ist außerordentliche Professorin am Institut für Medienwissenschaften der Universität Novi Sad. Sie promovierte am ACIMSI-Zentrum für Gender Studies der Universität Novi Sad und erwarb ihren Masterabschluss in Journalistik an der Fakultät für Politikwissenschaft in Belgrad. Sie war als Geschichtslehrerin sowie als Journalistin beim lokalen Radiosender Radio 021 in Novi Sad tätig. Sie hat zahlreiche Beiträge unter anderem zu Journalistinnen, politischem Klientelismus, medialisierter Erinnerung und der Berichterstattung über Migrantinnen und Migranten verfasst, die in nationalen und internationalen Fachzeitschriften sowie Sammelbänden veröffentlicht wurden; darüber hinaus ist sie Autorin von zwei Monografien. Im Jahr 2025 erhielt sie den „Anđelka-Milić-Preis“ für ihren Beitrag zur Entwicklung des Wissens im Bereich der Gender- und feministischen Studien. Der Preis wird von der Sektion für feministische Forschung und kritische Männlichkeitsforschung (SEFEM) verliehen.

Veröffentlicht

14.07.2026

Ausgabe

Rubrik

Special Section: Media Capture in the Western Balkans and Beyond

Zitationsvorschlag

Gruhonjić, D., & Milinkov, S. (2026). Pressures on Minority Media in Hybrid Regimes: A Case Study of Hungarian-Language Media in Serbia. Global Media Journal - German Edition, 16(1). https://doi.org/10.60678/2da3qv66