Media Capture Through Foreign Agent Laws: The Cases of Russia, Hungary, Georgia and Bosnia and Herzegovina

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.60678/pr1h7g64

Schlagwörter:

Media Capture, Ausländische Agenten Gesetze, Fördermittel, Illiberalismus, Autoritarismus, Medienmarkt

Abstract

Basierend auf Erkenntnissen aus vier Ländern untersucht dieser Beitrag die widersprüchlichen Folgen ausländischer Unterstützung und philanthropischen Engagements für unabhängige Medien. Maßnahmen, die Media Capture entgegenwirken sollen, können den politischen Druck auf unabhängige Medien allerdings verstärken und neue Formen der Medienvereinnahmung hervorbringen. Der Beitrag untersucht daher auch, wie unabhängige Medien mit diesem Spannungsverhältnis umgehen. 

Er geht von der Prämisse aus, dass der gegenwärtige Medienmarkt keine tragfähigen Geschäftsmodelle für unabhängige Medien hervorbringt und sie somit nicht ausreichend vor Vereinnahmung schützt. Dabei galt ausländische Unterstützung für Medien zeitweise als Gegenmaßnahme, um entgangene Einnahmen auszugleichen. Diese Art von Medienförderung gibt es allerdings schon seit Langem, etwa in Form von Zuschüssen, philanthropischen Zuwendungen, Fortbildungen und bestimmten Formen öffentlicher Diplomatie.

Mit der zunehmenden Bedeutung dieser Medienförderung haben jedoch auch die Vergeltungsmaßnahmen seitens der Regierungen zugenommen. Diese richten sich inzwischen unmittelbar gegen Geldgeber und Empfänger von Fördermitteln. Der Beitrag untersucht die Nachteile und potenziellen Risiken der Medienförderung für unabhängige Medien in einem von politischem Druck geprägten Umfeld. Darüber hinaus entwickelt er eine theoretische Erklärung für die Bedingungen, unter denen eine Medienorganisation bereit ist, Risiken einzugehen.

Autor/innen-Biografie

  • Konrad Bleyer-Simon, Europäisches Hochschulinstitut

    Konrad Bleyer-Simon ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Centre for Media Pluralism and Media Freedom des Europäischen Hochschulinstituts (European University Institute). Er ist unter anderem an den Projekten Media Pluralism Monitor und European Digital Media Observatory beteiligt. Er promovierte an der Freien Universität Berlin und verfügt über einen Masterabschluss in International Affairs. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Medien- und Desinformationspolitik, Medienvereinnahmung (Media Capture), der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Redaktionen sowie neue Geschäfts- und Erlösmodelle für Nachrichtenmedien.

Veröffentlicht

14.07.2026

Ausgabe

Rubrik

Special Section: Media Capture in the Western Balkans and Beyond

Zitationsvorschlag

Bleyer-Simon, K. (2026). Media Capture Through Foreign Agent Laws: The Cases of Russia, Hungary, Georgia and Bosnia and Herzegovina. Global Media Journal - German Edition, 16(1). https://doi.org/10.60678/pr1h7g64