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Tag Archives: migration

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“Invasion der Migranten” – Framing von Flucht und Migration in der ungarischen Regierungskommunikation vor dem Referendum 2016

Ferenc Gaál |PDF-Fulltext

Abstract: Angesichts der nationalkonservativen Flüchtlings- und Migrationspolitik der ungarischen Regierung, die von immer schärferer Rhetorik begleitet wird,untersucht dieser Artikel, inwiefern die Regierungskommunikation bereits bekannte Interpretationsmuster zu Flucht und Migration reproduziert. Die Muster werden aus bestehenden Forschungen zu Medien- und Policy-Diskursen abgeleitet und unter Rückgriff auf die Framing-Theorie nach Entman in vier zentrale Frames zu Flucht und Migration ‚übersetzt’: Securitization-Frame, Deservingness-Frame, Politik-Frame sowie Humanitarian-Frame. Einem qualitativen Ansatz folgend werden Pressemitteilungen der ungarischen Regierung auf diese Frames hin untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass besonders die ersten drei, auf negative Aspekte von Flucht und Migration fokussierenden Frames stark vertreten sind, während der Frame mit Schwerpunkt auf humanitäre Hilfe kaum zum Tragen kommt.

Kritik von Fortschrittsnarrativen im deutsch-türkischen Migrationskontext – Migrationskino und Diasporamoscheen im Integrationsdispositiv

Mehmet Bayrak & Ömer Alkın | PDF-Fulltext

Abstract: Der Artikel arbeitet die permanente Reproduktion eines progressiven Fortschrittsnarrativs an zwei Diskursfeldern des türkisch-deutschen Migrationskontexts heraus und zeigt auf, wie es von integrationspolitischen Motivationen geprägt ist.
Für das Feld des Films wird das Narrativ vom Wandel der Repräsentationen in den Migrationsfilmen über die Arbeitsmigranten seit den 1990er Jahren befragt. In dem Narrativ wird behauptet, dass es einen Wandel seit den frühen deutsch-türkischen Filmen zu den Filmen um die Jahrtausendwende gegeben habe: von einem bemitleidenden, viktimisierenden Betroffenheitskino zu einem transkulturellen Kino des Empowerments.
Der zweite Teil des Aufsatzes erörtert demgegenüber das transnationale Narrativ von der Wandlunsgerzählung im Moscheebau in Deutschland. Seine kritische Befragung zielt auf die Infragestellung des Wandlungsnarrativs, nach dem sich das Modell der Hinterhofmoschee der Migranten in ein Modell moderner Moscheeneubauten transformiert habe.
Der Beitrag skizziert die Narrative anhand der Erörterung von wissenschaftlichen und öffentlich-medialen Diskursen nach, stellt die Diskursdynamiken in ihrer integrationspolitischen Logik als unterkomplex heraus und eruiert einige praktische Folgen für die Filmproduktion und den Moscheebau in Deutschland. Es zeigt sich, dass die in beiden Diskursfeldern zirkulierenden Diskurse von einem Wandel filmischer Verhandlungsformen türkisch-deutscher Migration bzw. der Moscheebaukultur im migrantischen Kontext mit einer Vorstellung von Fortschritt, einer Zeitlogik von Linearität und ausgehend von einem Integrationsdispositiv her operieren, was zugleich für die Forschungen in den Feldern erhebliche Folgen hat.

Zu positive Berichterstattung? Die Studie des Kommunikationswissenschaftlers Michael Haller zur „Flüchtlingsberichterstattung“ in deutschen „Leitmedien“

Christine Horz | PDF-Fulltext

Abstract: Der Beitrag stellt eine Replik auf die Studie „Die Flüchtlingskrise in den Medien. Tagesaktueller Journalismus zwischen Meinung und Information“ des Kommunikationswissenschaftlers Michael Haller dar. In Teilen der akademischen Community sowie der post-migrantischen Öffentlichkeit hat die Studie für Aufsehen und Kritik gesorgt. Haller wird vorgeworfen, das Argument rechtsnationaler Kreise übernommen zu haben, die Medien hätten über die Fluchtmigration zu positiv berichtet und sich damit auf die Seite der Eliten gestellt. Der vorliegende Essay ordnet die Studie sowie die Kritik daran anhand vorliegender Befunde der internationalen und transkulturellen Kommunikationswissenschaft ein. Es wird herausgearbeitet, dass eine Kontextualisierung der Studienergebnisse in den bestehenden Forschungskorpus weitgehend unterbleibt. Es kann ein ahistorischer, journalismuskritischer Bias in der o.g. Studie ermittelt werden, welcher der Medienberichterstattung das Ausblenden migrationskritischer Stimmen attestiert, ohne jedoch diese Befunde sauber an die Forschung rückzubinden. Durch die verwendeten Begriffe und Termini wird der Bias verstärkt. Es wird belegt, dass die Studie gravierende konzeptionelle Schwächen aufweist.

Muslims and Refugees in the Media in Poland

Magdalena Ratajczak & Katarzyna Jędrzejczyk-KuliniakPDF-Fulltext

Abstract: The aim of this essay is to review the status quo of multiculturalism with regard to Muslims and new refugees in Poland. We will point to the critical stance of Poles toward refugees in a situation where there is little experience with them. We will focus on the significant role played by the media and public discussion in shaping an attitude that can be described as outright hostility towards refugees. The perception of immigrants, refugees and ethnic minorities largely depends on the image of them in the media because media has become the main source of information about the ‚others‘. The essay draws from first results of research conducted in 2015. It contains an exploratory content analysis of Polish media on immigrants and refugees.

Information to go: Kommunikation im Prozess der Migration am Beispiel syrischer und irakischer Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Deutschland

Anke Fiedler PDF-Fulltext

Abstract: Vor dem Hintergrund der Flüchtlingsdebatte in Deutschland 2015 wird in diesem Beitrag danach gefragt, welche (Massen-)Kommunikationskanäle Flüchtlinge vor, während und nach der Flucht nutzen, um sich über migrationsrelevante Themen zu informieren und sich darüber mit anderen Migrationswilligen auszutauschen. Dabei wird nicht nur die Frage nach der subjektiven Bewertung der genutzten Quellen gestellt, sondern auch untersucht, ob die Flüchtlinge eine informierte Entscheidung in den verschiedenen Phasen der Migration treffen. Auf Basis des Uses-and-Gratifications-Ansatzes und der Handlungstheorie (symbolischer Interaktionismus) wurden zwischen November 2015 und Februar 2016 vier Fokusgruppen und 36 Tiefeninterviews mit syrischen und irakischen Flüchtlingen durchgeführt. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass sich die befragten Flüchtlinge vor und während der Flucht gut informiert fühlten, da persönliche Kontakte und soziale Medien die Informationsbedürfnisse weitgehend befriedigen konnten. Informationsdefizite zeigten sich vor allem nach der Ankunft in Deutschland.

Influx of Migrants versus People in Need – A Combined Analysis of Framing and Connotation in the Lampedusa News Coverage

Vivien Benert & Anne Beier | PDF-Fulltext

Abstract: When the first boats sank off the coast of Lampedusa, Italy, the debate about refugees and migration started to become one of the most widely discussed issues in mass media and therefore in communication studies again. The concept of framing becomes relevant when investigating the depiction of certain events and issues in news coverage. However, it still lacks a coherent definition. Most recently, it has been argued that a consideration of further elements is necessary in order to restructure the concept. Thus, the present case-study focuses on a combination of linguistic elements used in recent migration discourse and a potential impact of language on news frames. The results of a combined frame and corpus-based analysis of the German Süddeutsche Zeitung and the English Guardian show that connotation of key words used in news frames about the Lampedusa incident between October 2013 and October 2014 diverge from the orientation of news frames. Although approximately two thirds of the examined articles use protection frames, the majority of the identified key words describing refugees is connoted negatively. The fact that these contrary orientations of news frames and connotation do exist serves as a first indication for linguistic elements as influencing factors in framing research.

Flucht 2.0: Zur Forschung mit/über Flüchtlinge und ihre Mediennutzung

Carola Richter, Marlene Kunst & Martin Emmer PDF-Fulltext

Abstract: Dieser Beitrag berichtet von der praktischen Vorbereitung und Durchführung einer quantitativen Studie, die im Mai 2016 in Berlin durchgeführt wurde und zum Ziel hatte, eine repräsentative Stichprobe von Flüchtlingen zur Rolle von Medien – insbesondere Smartphones – auf ihrem Fluchtweg zu befragen. Die Ziehung einer Stichprobe und Durchführung von mehr als 400 Interviews in vier Sprachen stellten sich als eine komplexe Herausforderung dar, die aber mit den entsprechenden Verfahren der Befragungsforschung und der Berücksichtigung interkultureller Kompetenzen zu bewältigen war. Der Forschungsansatz wird dabei eingeordnet in den bisherigen Literaturbestand und abgeglichen mit ähnlichen Studien, die gegenwärtig in Deutschland durchgeführt werden.

Von despotischen Türken und kaltherzigen Deutschen. Zur Inszenierung und Destruktion kultureller Stereotype in der Komödie

Ulrike Irrgang | PDF-Fulltext

Abstract: This paper focuses on the cinematic representation of Turkish migrants and Germans in the two comedies Vatanyolu – Die Heimreise (1988) and Almanya – Willkommen in Deutschland (2011). In former movies Turkish characters were portrayed as the patriarchalic husband or father and the oppressed wife. The German society was represented as modern and civilised. The paper seeks to clarify the following questions: In which way are „the Germans“ and „the Turks“ characterized in Vatanyolu and Almanya? Is it possible to undermine stereotype representations by the use of humour? To answer these questions, firstly, the author shortly introduces the concepts of culture and cultural identity this article is based on. Then theoretical remarks on stereotypes are discussed as well as the potential of humour to subvert stereotypical representations. The analysis of the movie characters in Vatanyolu and Almanya shows that the filmmakers still use typical images of Turks and Germans. Although the family members in Vatanyolu are heterogeneous, the stereotypical representations can only be transcended in some cases. The characters in Almanya are more complex and multilayered, so the boundaries between „Turkish“ and „German“ disappear. In both movies stereotypes serve as basis for humour. Especially in Vatanyolu the commonly known images are simply reproduced by the filmmakers. However, in Almanya some jokes work against stereotypes by revealing their structure and logic.

Media Cultures of Young Turkish Migrants and German Resettlers in Germany

Annett Heft & Sünje Paasch-Colberg | PDF-Fulltext

Abstract: This article contributes to the understanding of young people’s media cultures by addressing the question whether and to what extent young people with different cultural backgrounds differ in their exposure to and usage of traditional mass media and new digital media as well as in their engagement in various online activities. It presents empirical data of a German survey about the social environment, media use and Internet behaviour among 605 German resettlers and people with a Turkish migration background aged between 12 and 29 years living in North Rhine-Westphalia and compares the results of the 12- to 19-year old youth with data of the same age group within the German general population. To further assess how cultural and social factors might explain the variation within the youth and young adults with migration background, similarities and differences in their media use patterns are traced with respect to their cultural contexts as well as the factors education, age and gender. The findings are discussed in the context of societal integration of young people with migration background, the homogeneity of mediatised youth cultures and the thesis of the digital divide.

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You are invited to send full paper submissions addressing any topic relevant to international or transcultural communication and media until August 18, 2018.

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The German Edition is edited by Prof. Dr. Carola Richter and Dr. Christine Horz and hosted at Freie Universität Berlin and the University of Erfurt.

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