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Auslandskorrespondenten im Spannungsfeld des Nahostkonfliktes. Das Selbstbild von Korrespondenten deutscher Medien in Israel und den palästinensischen Gebieten

Eugenia Levine & Marie Louise Posdzich | PDF-Fulltext

Abstract: Die Studie untersucht anhand von dreizehn teilstrukturierten Leitfadeninterviews das journalistische Rollenselbstverständnis der in Israel und den palästinensischen Gebieten stationierten Auslandskorrespondenten deutscher Medien. Mithilfe des modifizierten Mehrebenenmodells von Esser werden die Einflussfaktoren auf das Selbstverständnis anhand von vier Analyseebenen – der Subjekt-, Institutions-, Medienstruktur- und Gesellschaftssphäre – gegliedert. Von Interesse ist, durch welche Einflussfaktoren sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Rollenselbstverständnis erklären lassen. Während sich deutsche Journalisten gemeinhin als neutrale Vermittler und Informationsjournalisten einordnen, sehen sich die befragten Journalisten dezidiert als Gesellschaftsübersetzer. Ein überraschendes Ergebnis ist, dass sie zusätzliche Ambitionen aufweisen, Kritik an Missständen zu üben und eine gewisse Subjektivität zugeben, die allerdings nicht als Gegensatz zu den gängigen Qualitätskriterien Vollständigkeit, Objektivität und Verständlichkeit zu verstehen ist. Ein neuer Befund ist außerdem die Differenzierung des Selbstbildes nach Motivationskriterien, die in vorherigen Studien in dieser Form nicht nachgewiesen werden konnte.

Palästinensische NGOs als Agenda Builder? Eine Befragungsstudie zur Interaktion zwischen deutschen Journalisten und NGOs im Nahen Osten

Kathrin Baumann, Sabine Cygan & Ariane Trautvetter | PDF-Fulltext

Abstract: NGOs sind in den palästinensischen Gebieten wichtige Akteure im humanitären wie auch im politischen Sinne. Im Fokus der Studie steht die Interaktion zwischen deutschen Auslandskorrespondenten und palästinensischen NGOs. Anhand einer Befragung und einer qualitativen Inhaltsanalyse werden die Strategien und Instrumente der NGO-Pressearbeit ebenso wie die Relevanz der NGO-Kommunikation für Auslandskorrespondenten der deutschen Presse sowie die Evaluation der Interaktionen von beiden Seiten beleuchtet.
Die Befragung zeigt, dass die betrachteten NGOs zwar das Ziel verfolgen, ihre Agenda an die internationalen Medien zu vermitteln und hierbei die Auslandskorrespondenten mit dem klassischen Repertoire der Pressearbeit ansprechen, doch sie benennen begrenzte Ressourcen und westliche Voreingenommenheit als zentrale Hindernisse. Die Auslandskorrespondenten betonen ihr Selbstverständnis als objektive Vermittler und äußern sich entsprechend kritisch angesichts emotionalisierter Darstellungen und engen Verflechtungen zwischen Regierungs- und NGO-Strukturen. Abhängig von ihrer Glaubwürdigkeit sprechen die Journalisten ausgewählten NGOs dennoch den Status einer relevanten Quelle zu. Die Studie gibt Aufschluss über die weiterhin als asymmetrisch zu bezeichnende Beziehung zwischen Auslandskorrespondenten und NGOs in den palästinensischen Gebieten und bietet Anknüpfungspunkte für weitere Untersuchungen.

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