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Review: Die visuelle Kultur der Migration. Geschichte, Ästhetik und Polyzentrierung des Migrationskinos

Alkın, Ömer (2019): Die visuelle Kultur der Migration. Geschichte, Ästhetik und Polyzentrierung des Migrationskinos (Postmigrantische Studien, Band 5). Bielefeld: transcript Verlag. 628 Seiten. ISBN: 978-3-8376-5036-5

 

Irit Neidhardt, Berlin

Alkın (2019): Die visuelle Kultur der Migration (Cover)

Ömer Alkın führt seine umfassende Studie zum Migrationskino am Beispiel des türkischen Emigrationsfilms durch. Der Terminus Emigrationsfilm stammt vom Autor selbst, sein Hauptuntersuchungsgegenstand sind Yeşilçam-Filme der 1970er Jahre. Yeşilçam leitet sich von einer Straße in Istanbul ab, in der von den 1950er bis in die 1990er Jahre besonders viele kommerzielle Filmstudios residierten. Ausgehend von der Beobachtung, dass das deutsch-türkische Kino (seit den 1970ern deutsch finanzierte und meist in deutscher Regie ausgeführte Filme zu gesellschaftspolitischen Themen in der BRD, die als türkisch assoziiert werden, seit den späten 1990ern zunehmend von Filmschaffenden mit türkischem Hintergrund und weit über den Problemfilm hinausreichend) und das türkische Kino nicht zusammen gedacht werden, schlägt Alkın die Erweiterung des Begriffs vom deutsch-türkischen Kino dahingehend vor, das türkische Kino einzubeziehen.

Das Buch besteht aus zwei Teilen: der erste ist mit „Polyzentrierung des »deutsch-türkischen Kinos«“ überschrieben, der zweite, der Hauptteil, widmet sich der „Filmischen Konstruktion der Migration im High-Yeşilçam-Kino der 1970er Jahre“. Wie im Buchtitel angekündigt, ist die Arbeit methodisch in den Visual Cultural Studies angesiedelt, der Autor bezieht sich besonders auf Texte des US-amerikanischen Kunsttheoretikers W.J.T. Mitchell. Filme sieht Alkın entsprechend als „denkende Objekte“. Es geht im Wesentlichen darum, was die Filme tun und nur in eher unvermittelten Einzelfällen um die Intention der Filmschaffenden. Fragen nach Produktionszusammenhängen oder dem sozio-politischen Kontext der Filme finden im gewählten methodischen Ansatz keinen Platz. Geschichte und Analyse des deutsch-türkischen Kinos behandelt Alkın auf der Metaebene, in die er umfassend einführt. Der Einleitung, in der er unter anderem die „Logotektonik der Arbeit“ vorstellt, folgt ein „Prolegomenon: Forschen im Ästhetischen, das Ästhetische im Forschen“. In den Ausführungen zum „Untersuchungsdesign der Arbeit“ gibt der Autor „Hinweise zu den Operationalisierungen“ mit Fokus auf „intelligiblen Theorien- und Methodenpluralismus“. Das Kapitel „Methodisches: Visuelle Kultur und die Medialität des Films“ findet sich recht spät auf Seite 201, zu Beginn des zweiten Teils. Wessen Ding das nicht ist, das sei so salopp gesagt, wird mit dem Buch nicht warm werden. Leider gibt es keinen Index, um einzelne Filmtitel aus der langen Liste im Annex nachschlagen zu können. Gleichzeitig folgt die Untersuchung einer solch strengen inneren Logik, dass es wenig Sinn macht, mitten in sie hinein zu lesen.

An den Filmen interessiert Alkın was sie im populären türkischen Kino der 1970er Jahre als Migration sichtbar machen. Die ausgewählten Beispiele zeigen die Figur des Emigranten in sehr spezifischen Situationen: während seiner Abwesenheit, bei seiner Anreise, im Moment der Ankunft, und in seiner Anwesenheit. Jedem der Aspekte widmet der Autor ein eigenes Kapitel und analysiert einzelne, wenige Minuten dauernde Sequenzen immer wieder neuer Filme. In Kapitel 6 „Figuration I: Abwesenheit und die Home Group“ erläutert er dazu: „Für alle Untersuchungen in den vergangenen und folgenden Hauptkapiteln ist zu berücksichtigen, dass die Untersuchungsoperation der Isolierung von Absenzszenen nur scheinbar ein künstlich-konstruktives Moment inhärent ist insofern [sic!], als dass die entkontextualisierende Extraktion aus dem komplexeren syntagmatischen Zusammenhang des Films durch rekontextualisierende Einordnung aufzufangen versucht wird“ (S. 246). Dieses Vorgehen wird dem Forschungsinteresse des Autors gerecht, nicht jedoch den Filmen. Beispielsweise stellt sich direkt am ersten Werk, dem eine Abwesenheitsszene entnommen ist, DAVARO (Türkei 1981, 93 min, R: Kartal Tibet, B: Yavuz Turgul und Kartal Tibet, D: Kemal Sunal, Pembe Mutlu, Şener Şen, Adile Naşit), die Frage, welchen Zweck die Figur des Emigranten für die Plotentwicklung spielt und ob der Protagonist überhaupt als Emigrant eingeführt wird. Der Film beginnt mit einem Vorspann, der die Informationen enthält, die sich heutzutage im Abspann finden. Dort sind als erstes die Namen der Stars Kemal Sunal und Şener Şen genannt, neben Karikaturen ihrer Filmfiguren. Auch wer noch nie einen türkischen Film gesehen hat, weiß, dass gleich eine populäre Komödie beginnen wird. Filmfans kennen die beiden Schauspieler als Team mit gesetzten Rollen. Kemal Sunal spielt immer einen gutmütigen Trottel, Şener Şen gab über Jahre Sunals Antagonisten. Im Falle von DAVARO kommt Memo (Kemal Sunal) auf einer alten Eselkarre aus Deutschland zurück ins Dorf. Das Brautgeld, das zu verdienen er ins Ausland gegangen war, hat er passend dabei. Nur halt nicht den Mercedes. Die von Alkın über mehrere Seiten untersuchte Szene, in der die Dorfgemeinschaft auf Memos Rückkehr wartet, ist knapp drei Minuten lang (1:28–4:19). Was in seiner Analyse konsequenterweise keine Rolle spielt, ist die Szene nach der Rückkehr. Da erscheint unerwartet ein weiterer Mann im Dorf, Sülo (Şener Şen), der Mörder von Memos Vater. Aus dem Knast. Nun muss Memos Hochzeit verschoben werden, da er seinen Vater im Duell mit Sülo rächen muss, bevor er ehrenvoll in den Stand der Ehe treten kann. Eine Blutfehde durch einen großherzigen Trottel hat viel komödiantisches Potential. Um die Geschichte in Gang zu bekommen, mussten Mörder und zur Rache gezwungener Sohn weg sein und fast gleichzeitig zurückkehren. Memo wird noch zwei weitere Male nach längerer Abwesenheit im Dorf aufschlagen, einmal aus den Bergen (wohin er der Polizei entwischt war) und einmal aus der Stadt kommend (wo er sich mit von den Banditen der Berge stibitzten Reichtümern vergnügt hat). Dass er auch mal in Deutschland war, findet im Laufe der Handlung zwar kurze Erwähnung, hat aber für die Story keine weitere Bedeutung. Verhandelt wird in der Komödie das Verhältnis von traditionellem Recht und neuer staatsrechtlicher Ordnung, nicht die Emigration. Der Begriff Emigrationsfilm ist hier, wie bei den meisten der im Buch sezierten Filmen, irreführend.

Seine Forschung sieht Alkın „von Pionierimpulsen und medientheoretischer Erneuerungslust getrieben“ (S. 585). Es sind die medientheoretische Erneuerungslust und die Suche nach dem Selbst, die die Untersuchung zu bewegen scheinen, weniger das türkische Kino. Das am Anfang des Buches deklarierte Anliegen, türkische Filme beim deutsch-türkischen Kino – endlich möchte man hinzufügen – mitzudenken ist dringlich. Es bleibt zu wünschen, dass die Veranstaltungen, die der Autor samt Abspiel kompletter Filme in Kultureinrichtungen durchführt, viele Menschen inspiriert, seinen Impuls aufzugreifen.

Zum Lektorat sei gesagt, dass es auf manchen Seiten vor Fehlern nur so wimmelt. Vor allem stimmen die Bezüge in den langen und komplizierten Sätzen nicht. Manchmal fehlt schlichtweg das Verb. Zumindest die Kapitel- und Zwischenüberschriften hätten korrigiert werden sollen.

Review: International Agencies. A History

Michael B. Palmer (2019): International News Agencies. A History. Cham: Palgrave Macmillan, 268 Seiten. ISBN 978-3-030-31177-3

 

Carola Richter, Freie Universität Berlin

Palmer (2019). International News Agencies. A History (Cover)

Nachrichtenagenturen sind für die meisten Medienkonsument*innen nahezu unsichtbar. Lediglich ein kleines Kürzel hier und da am Ende von Zeitungsbeiträgen weist auf die Giganten – oder die „unsung heroes“ (S. vii) – hin, die hinter der täglichen Nachrichtenproduktion und globalen Informationstransfers stehen. Deshalb ist es verdienstvoll, zum doch recht sporadischen Forschungsstand beitragen zu wollen und die Wer-, Wie- und Warum-Fragen von den Anfängen der Nachrichtenagenturen bis heute zu beleuchten. Michael Palmer fokussiert auf die „großen Drei“, AP (Associated Press), AFP (Agence France-Press, vor dem Krieg Havas) und Reuters und lässt nur sporadisch Andeutungen zu neueren Playern wie der chinesischen Xinhua fallen. Das ist verständlich angesichts der Komplexität der Historie und verflochtenen Entwicklung allein dieser drei Player. Allerdings bedeutet es auch, dass wir mehr darüber erfahren, wie die Welt der internationalen Nachrichtenproduktion einmal war – und wenig darüber, wie sie sich aktuell entwickelt. Das Buch ist mithin wirklich – wie im Titel angekündigt – eine eher historische Arbeit, aus der wir zu der Zeit nach dem Jahr 2000 nicht viel lernen können.

Michael Palmer hat für sein Buch etliche Archive konsultiert, relevante Personen interviewt und Dokumente gesichtet. Herausgekommen ist ein Buch, das entsprechend dicht geschrieben und zudem recht voraussetzungsvoll ist, bspw. was geopolitisches Hintergrundwissen angeht. Es ist deshalb für Einsteiger*innen in die Materie eher nicht zu empfehlen. Es folgt einer losen chronologischen Ordnung beginnend mit der Mitte des 19. Jahrhunderts, wobei sich die Kapitel allerdings zuweilen überlappen und gerade in den Kapiteln 6 bis 8, die die Zeit des Kalten Krieges behandeln, etliche Redundanzen auftauchen und sich teilweise ganze Sätze einfach wiederholen. Generell zeigt sich eine gewisse Sprunghaftigkeit in der Argumentation des Autors, viele interessante Aspekte werden angerissen, die Fäden aber nicht immer zu Ende gesponnen.

Für die Weiterentwicklung von Nachrichtenagenturen seien „Technology, money and geopolitics … ever-present“ (S. ix) und somit die Treiber gewesen, so erläutert Palmer am Anfang – ein dreigliedriger Ansatz, dem systematisch zu folgen besonders vielversprechend gewesen wäre. Er scheint auch immer wieder in der Arbeit auf, wird aber nicht konsequent ausbuchstabiert. Stattdessen legt Palmer viel Wert auf die Beschreibung des Verhaltens und der Lebenswege der Persönlichkeiten, die die verschiedenen Agenturen prägten, wie Charles Louis Havas oder Paul Julius Reuter.

Wenn man sich von den benannten Kritikpunkten nicht schrecken lässt, kann man gerade über die Entstehungsgeschichte und die Frühzeit der Agenturen sehr viel lernen. Palmer beschreibt die Entstehung von Havas in Frankreich 1832, AP in den USA 1846 und Reuters in Großbritannien 1851 als Resultat sich verändernder Handels- und Politikbeziehungen, bei denen Informationen über Kriege und Ereignisse anderswo plötzlich auch für die Heimat interessant wurden. Die Personen, wie Havas, die sich dies als Geschäftsmodell zu eigen machten, spürten, dass ein neues Zeitalter begonnen hatte. Das kann Palmer mit seinem historisch-biografischen Ansatz sehr gut herausarbeiten. Während zu Anfang noch Schiffe oder gar Brieftauben zur Informationsübermittlung genutzt wurden, so brachte der technologische Fortschritt – zu Anfang insbesondere die Telegrafen-Technologie – den Nachrichtenlieferanten einen enormen Aufschwung. Man hatte Händler und Börsianer, ganze Staatsapparate und schließlich Zeitungen als Kunden. Während Havas und Reuters insbesondere auf erstere setzten, wurde AP als Zusammenschluss von namhaften Zeitungen der US-Ostküste gegründet, die sich die Kosten für Überseeübermittlungen teilen wollten.

Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg expandierten die Organisationen und erschlossen sich neue Märkte – im Sinne von Absatzmärkten, aber auch im Sinne von Nachrichtenschauplätzen – und teilten sich dabei die Welt nahezu kartellmäßig auf: Havas war in Südeuropa und Lateinamerika präsent, Reuters in Indien und Afrika, die damals noch relevante deutsche CTC (Continental Telegraphen Compagnie) in Skandinavien und Russland. AP tritt 1875 in diesen „Ring“ mit ein. AP hatte anfangs häufiger Nachteile im Vergleich mit den Europäern: die Telegrafennetze liefen in London zusammen und Informationen kamen erst mit Verzögerung in den USA an.

Mit dem Ersten Weltkrieg und der teils propagandistischen Vereinnahmung der europäischen Agenturen durch nationalistische Politikprojekte konnte sich AP als neutralere und umfassend berichtende Alternative etablieren. Angestachelt durch die aufkommende heimische Konkurrenz von UP (United Press, später UPI) expandierte AP nun auch in die Regionen, die sich vorher Havas und Reuters „reserviert“ hatten. Zugleich wurde mit dem politischen Gewicht der USA auch der Bedarf an Nachrichten aus diesem Land stärker. Die geopolitischen Veränderungen leiteten eine Verschiebung der Relevanz der verschiedenen Agenturen ein. Der Zweite Weltkrieg verschärfte diese Situation noch: Reuters galt als instrumentalisiert durch die britische Regierung, Havas wurde mit der Besetzung Frankreichs durch Deutschland quasi abgeschafft und 1944 durch eine zunächst staatsfinanzierte AFP ersetzt, und AP zementierte mit Hilfe des „free-flow-of-information“-Paradigmas seine weltweite Dominanz.

Die technologische Entwicklung in Verbindung mit neuen Ansprüchen der Medienmacher*innen und der Konsument*innen zog weitere Neuerungen nach sich: ab 1985 boten AFP und Reuters eigene Bilderdienste an; Reuters startete die Produktion von Bewegtbildmaterial – neue Endanbieter und relevante Kunden wie CNN und Sky machten dies unabdingbar. Palmer geht aber besonders auf den Markt der Finanzdienstleistungen ein, der weniger für AP und AFP, aber für Reuters zentral ist: die tatsächlichen Einnahmen aus dem Absatz von Nachrichten machen nämlich nur Prozentzahlen im einstelligen Bereich aus, während die schnellstmögliche Übermittlung von Finanzdaten an Börsianer*innen und Firmen den Grundstock der Einnahmen bilden. Neue Player, insbesondere das Unternehmen des heutigen US-Milliardärs Bloomberg, liefen mit Hilfe des Internets dabei Reuters den Rang ab. Nach der Implosion der Dotcom-Blase im Jahr 2000 und den Ereignissen von 9/11 stand Reuters mit dem Rücken zur Wand und wurde schließlich vom kanadischen Medienunternehmen Thomson aufgekauft. Interessant ist dabei insbesondere, dass sich nunmehr auch in der Außendarstellung der Agenturen ihre Vermittlungsleistung von „news“ hin zu „intelligent information“ (S. 229) verschiebt.

Wenn man das Versprechen des Buchs nach einer Kontexteinordnung entlang von „technology, money, geopolitics“ ernst nimmt, so muss man letztlich konstatieren, dass einiges fehlt, u.a. eine tiefergehende Analyse der Entwicklung – wenn auch nur der drei Agenturen – in nicht-westlichen Märkten, eine konkretere Beschreibung der technologischen Anpassungen im Hinblick auf Bilderdienste und den Einfluss des Internets und klarere Aussagen dazu, wie eigentlich die gegenwärtigen Finanzierungsmodelle der Agenturen aussehen.

Die geneigte Leserin kann in Michael Palmers Buch gerade im Hinblick auf die Frühzeit der Agenturen etliche interessante Details finden. Für die an systematisch aufbereiteten Erkenntnissen und umfassenden Informationen interessierte Leserin ist es dagegen aufgrund seiner Sprunghaftigkeit nur bedingt geeignet.

Nationalisten in transnationalen Netzwerken: Eine Netzwerkanalyse transnationaler Beziehungen von rechtspopulistischen Akteuren in Europa auf Twitter

Dominik Hokamp | PDF

Abstract: Rechtspopulistische Parteien sind aktuell nicht nur in nationalen Kontexten auf dem Vormarsch. In Europa bilden sie spätestens seit der Europawahl 2019 auf supranationaler Ebene formalisierte Allianzen und streben die Bildung einer vermeintlich paradoxen ‚nationalistischen Internationalen‘ an. Inwiefern Nationalisten in Europa über soziale Medien parallel dazu persönliche Beziehungsnetzwerke aufbauen, untersucht dieser Artikel. Mithilfe einer sozialen Netzwerkanalyse wurden 45 Twitter-Accounts von Parteifunktionären von neun europäischen rechtspopulistischen Parteien analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass zentrale Positionen innerhalb dieses Netzwerks einhergehen mit realer Zentralität in politischen Strukturen. Gleichzeitig sind die Parteien hauptsächlich
national und nur in begrenztem Maße transnational vernetzt.

An Exploratory Study of Global and Local Discourses on Social Media Regulation

Andrej Školkay | PDF

Abstract: This is a study of suggested approaches to social media regulation based on an exploratory methodological approach. Its first aim is to provide an overview of the global and local debates and the main arguments and concerns, and second, to systematise this in order to construct taxonomies. Despite its methodological limitations, the study provides new insights into this very relevant global and local policy debate. We found that there are trends in regulatory policymaking towards both innovative and radical approaches but also towards approaches of copying broadcast media regulation to the sphere of social media. In contrast, traditional self- and co-regulatory approaches seem to have been, by and large, abandoned as the preferred regulatory approaches. The study discusses these regulatory approaches as presented in global and selected local, mostly European and US discourses in three analytical groups based on the intensity of suggested regulatory intervention.

The Art of Archiving an Uprising

Maj B. Ørskov | PDF

Abstract: As argued by scholars such as Lina Khatib, Ariella Azoulay and W. J. T. Mitchell, the production and circulation of images recorded by citizens played a crucial role during the 2011 Egyptian
uprising. The use of images attracted global attention, mobilized action and actively performed the
protests’ crucial aims to renegotiate the country’s body and image politics. The inherent act of protest
in citizen photography and the “war of presence” spilled over into the act of archiving the protests as
a form of resistance in itself. Consequently, a large number of online archive projects were launched
during the 2011 uprising. What role does this large body of visual material and the online archives
that store it play today, eight years after the outbreak of the uprising? With a focus on Egypt, this
paper asks whether the dynamics of these archives “died” with the violent crackdown on public protest and the increased censorship imposed on citizens by the current military regime. Through an
examination of archive “858: An Archive of Resistance” by Mosireen Collective, I propose ways in
which digital archives containing images produced by civilians serve as sites on which the “war of
presence” can continue to be fought within present-day Egypt.

Islam and the Struggle over Political Legitimacy in Egypt: The 1987 Elections through the Lenses of al-Liwa’ al-Islami and Liwa’ al-Islam

Kiki Santing | PDF

Abstract: The 1987 parliamentary elections in Egypt, held at a time of Islamization and relative
political liberalization, resulted in a significant number of seats for the Muslim Brotherhood. Consequently, the political cards were shuffled and the regime and the Brotherhood became involved in
a struggle over legitimacy, in which Islam played a central part. Through qualitative content analysis, this paper studies how, in the context of the 1987 elections, Islam was instrumentalized in the
struggle over political legitimacy in the governmental journal al-Liwa’ al-Islami and its regimecritical counterpart Liwa’ al-Islam, the latter of which was launched ten days after the first session
of Parliament was held. Although the two journals performed different roles, there were many similarities in how both viewed political Islam. I argue that these shared Islamic values functioned as an
instrument to connect people and added to the legitimacy of both the regime and the Brotherhood.

Al-Mayadeen: The Construction of an Enemy Image

Christine Crone | PDF

Abstract: This article investigates how threat narratives and enemy images were constructed at the
pan-Arab news TV station, al-Mayadeen, during the station’s first year on air. I argue that the construction of an enemy image takes places as a fine interplay between threat narratives of existing political and ideological positions on the one hand, and current affairs on the other. Al-Mayadeen started broadcasting in 2012, counteracting both the new influential narratives of young activists calling for democracy, and the Sunni Islamist trend that followed; both groups became central elements in a process of ‘Othering’ at al-Mayadeen, dividing the Arab world into ‘good’ and ‘bad’. AlMayadeen relaunched the question of Palestine, while the well-known threat narrative of Israel was equally promoted although adjusted to ongoing political and military developments in the region.Integrating the rising new actor, the Islamic State, a renewed enemy image was constructed where Israel and the Islamic State came to constitute two faces of the same enemy.

The Fukushima Disaster and the “Clash of Risk Cultures”: Japanese and German Journalists’ Perceptions of a Nuclear Crisis

Florian Meissner | PDF

Abstract: The article examines how nuclear risk was perceived by German and Japanese journalists covering the Fukushima Disaster. Drawing from the theoretical framework of Beck’s World Risk Society, the journalists’ personal risk perceptions are reconstructed from narrative interviews, adding an important variable to the understanding of journalistic communication on risk and  disaster. The results indicate that German correspondents in Japan were highly concerned about their personal safety while Japanese journalists hardly showed any anxiety with regard to the nuclear disaster. The varying perceptions also widely applied to the journalists’ professional experience of the disaster, although further influences like organizational culture came into play as well. The article concludes that historically shaped discourses are an important macro factor for media reporting on risk and disaster.

Assessing the Agency in Media Narratives for Community-based Peacebuilding

Philip Onguny & Taylor Gillies | PDF

Abstract: This article assesses the dominant debates about the agency in media narratives for community-based peacebuilding. By locating the common challenges facing the agency in media narratives for the purposes of community-based peacebuilding, the article contributes to the ongoing debates on ways in which media discourses can be tailored toward the prevention, management, and resolution of conflicts between, within and among communities. This is predicated on the assumption that conflict is a function of discourse, and that media narratives take active part in the construction, negotiation, and circulation of discourse, all of which inform the degree of congruity between news content and expected outcomes. The primary objective of this article is therefore to generate conceptual and theoretical debates on the agentic and formative roles media narratives play in community-based peacebuilding.

Essay: Die lateinamerikanische Medien- und Kommunikationswissenschaft zwischen ideologischer Prägung und begrenzter Internationalisierung: Zeit für Selbstkritik

Patricia Carolina Saucedo Añez | PDF

Abstract: During the last three decades, Media and Communication Studies experienced a theoretical and empirical stagnation in Latin America, which requires a self-criticism from the Latin American Scientific Community. The reasons for this standstill are manifold: On the one hand, the ideological imprinting of the discipline in the region often leads to the rejection of North American theories and authors. On the other hand, there is only a limited internationalization of Media and Communication Studies in Latin America, which is linked to problems in “De-Westernizing” the discipline and the conditions for academic research in the region. The academic field suffers of funding shortage. Despite these barriers, the Latin American tradition can enhance global Media and Communication Studies: Latin American scholars can show their Western colleagues the importance of political and social commitment. Moreover, the critical tradition, of which Latin  American scholars are so proud, is still needed in order to analyze current social and media phenomena.

Call for Papers for a Special Issue – July 2021

Open Towards Cosmopolitan Media and Communication Studies: Bringing diverse epistemic perspectives into the field


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The German Edition is edited by Prof. Dr. Carola Richter and Dr. Christine Horz and hosted at Freie Universität Berlin and the University of Erfurt.

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