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Category Archives: Issue 2014/01

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Living with Control, Working with Control: Reflections of Israeli Journalists

Miglė Bareikytė, Ingo Dachwitz, Lu Yang | PDF-Fulltext

Abstract: In this paper, liberal democracy is problematized by examining one paradox inherent to its conceptualization and practice: the possibility for those elected in to power to call out the state of exception, thereby implementing mechanisms of control through the system of law. At the same time, our assumption is that people are not only controlled by instruments of the state, but also by their self-imposed control and built-in processes of socialization and adaption. Thus we conceptualize a theoretical framework where the use of big words like “democracy” and “freedom” is changed into the analysis of external and internal control mechanisms in a democracy based on the idea of sovereignty.
To combine this theoretical groundwork with empirical practice, we conducted qualitative interviews with Israeli journalists. In doing so, we wanted to analyze their reflections on what could be considered the potential control of a professional group of media practitioners whose role it is to expose the misuse of power, and act as a watchdog in a democratic society. Israel is used as an intensified example, because it is a liberal democracy where the state of emergency has endured for over fifty years. This has affected its media landscape through control mechanisms, such as media censorship or gag orders. The reflections of these Israeli journalists did pave the way for our explorative research to question the extent of “freedom” in any democracy that is based on the idea of sovereignty and focus on the mechanisms which limit and control their actions.

From the Field: Building on Area Studies Expertise – The Arab-European Association for Media and Communication Researchers (AREACORE)

Jassim M. Jaber & Carola Richter | PDF-Fulltext

Abstract: This short article introduces the new Arab-European Association for Media and Communication Researchers (AREACORE) as the manifestation of the necessity to strengthen area expertise in communication studies. The reasons for founding this association fit into the broader framework of de-westernization attempts, while also allowing for dialogue to take place on an equal footing. The authors invite all interested communication researchers to join the network and build up an Arab-European network of communication studies expertise.

Der Nahostkonflikt und die Medien

Carola Richter | PDF-Fulltext

Abstract: Diese Einführung in eine Themenausgabe zu den vielfältigen Rollen der Medien im Nahostkonflikt skizziert die Probleme, die sich für Medien und Journalisten als Akteure im Konflikt, Adressaten der Konfliktparteien und Anlass für Konflikt durch ihre Berichterstattung ergeben. Das Konfliktgebiet Israel und Palästina ist sowohl für Forschung über Auslandsbericht-erstattung, über transnationale Agenda Building- und Public Diplomacy-Prozesse als auch über mediensystemische Entwicklungen in Besatzer- und Besatzungsgebieten interessant. Der Artikel gibt einen Überblick über das Feld und führt dabei in die in der Themenausgabe präsentierten empirischen Studien zum Nahostkonflikt und den Medien ein.

Graduate Section: Cartoons and the Egyptian Transition: A Qualitative Analysis of Egyptian Newspapers

Sara S. Elmaghraby | PDF-Fulltext

Abstract: Since the Egyptian revolution of 25 January, cartoonists have depicted the transition taking place in this country in several ways. This study aims to analyze the cartoons drawn about this transition period in Egypt in seven different Egyptian newspapers. This is done through a qualitative analysis of 80 cartoons published between 28 June and 4 July 2013, as this period saw the ousting of elected president Mohamed Morsi by the military general Abdel Fattah Al-Sisi. The study observes the different depiction of various topics, actors and visual frames used by the seven newspapers during the analyzed period, in accordance with their particular viewpoint of the transition in Egypt.

The Return of the Cultural Exception and its Impact on International Agreements

Marlen Bartsch | PDF-Fulltext

Abstract: This essay examines the influence of the French concept of the “cultural exception” on European media policy and international agreements. After briefly reviewing the historical background of the cultural exception in France, the essay describes how demands for the cultural exception and those for diversity affect inter-/transnational agreements within the European Union and around the world. Special focus is placed on the current secret EU/US Transatlantic Trade and Investment Partnership Agreement (TTIP) negotiations that nearly failed because of France’s insistence that media and culture be exempted. The author argues that the concept of the “cultural exception” has been revived in recent years. However, due to the dual character of media (which is both a cultural and economic good), and the lack of a global media policy, the culture and trade debate will continue.

Gaza revisited: Eine inhaltsanalytische Untersuchung der Berichterstattung deutscher Qualitätszeitungen über die Gaza-Kriege 2008/2009 und 2012

Mareike Witte | PDF-Fulltext

Abstract: Diese Studie untersucht die Berichterstattung über die beiden Gaza-Kriege 2008/2009 und 2012 in den überregionalen Tageszeitungen Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und die tageszeitung (taz). Der Schwerpunkt liegt auf den Unterschieden in der Berichterstattung über den ersten und den zweiten Gaza-Krieg sowie zwischen der Berichterstattung der FAZ und der taz gemäß ihrer Positionierung im publizistischen Rechts-Links-Spektrum. Es wird angenommen, dass die Orientierungs- und Kritikfunktion der Tageszeitungen durch die redaktionelle Linie und das News Management staatlicher Akteure inhaltlich beeinflusst werden. Zu den zentralen Ergebnissen zählt, dass sich lediglich Unterschiede in der Berichterstattung über den ersten und den zweiten Gaza-Krieg identifizieren lassen. Die redaktionelle Linie von FAZ und taz hat kaum einen moderie-renden Einfluss. Die Berichte und Kommentare zum zweiten Gaza-Krieg sind in beiden Tageszeitungen Israel-freundlicher als während des ersten Gaza-Kriegs. Diese für Israel positive Entwicklung der Berichterstattung lässt sich möglicherweise auf das News Management der israelischen Armee und den weniger opferreichen Kriegsverlauf der israelischen Luftoffensive zurückführen.

Auslandskorrespondenten im Spannungsfeld des Nahostkonfliktes. Das Selbstbild von Korrespondenten deutscher Medien in Israel und den palästinensischen Gebieten

Eugenia Levine & Marie Louise Posdzich | PDF-Fulltext

Abstract: Die Studie untersucht anhand von dreizehn teilstrukturierten Leitfadeninterviews das journalistische Rollenselbstverständnis der in Israel und den palästinensischen Gebieten stationierten Auslandskorrespondenten deutscher Medien. Mithilfe des modifizierten Mehrebenenmodells von Esser werden die Einflussfaktoren auf das Selbstverständnis anhand von vier Analyseebenen – der Subjekt-, Institutions-, Medienstruktur- und Gesellschaftssphäre – gegliedert. Von Interesse ist, durch welche Einflussfaktoren sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Rollenselbstverständnis erklären lassen. Während sich deutsche Journalisten gemeinhin als neutrale Vermittler und Informationsjournalisten einordnen, sehen sich die befragten Journalisten dezidiert als Gesellschaftsübersetzer. Ein überraschendes Ergebnis ist, dass sie zusätzliche Ambitionen aufweisen, Kritik an Missständen zu üben und eine gewisse Subjektivität zugeben, die allerdings nicht als Gegensatz zu den gängigen Qualitätskriterien Vollständigkeit, Objektivität und Verständlichkeit zu verstehen ist. Ein neuer Befund ist außerdem die Differenzierung des Selbstbildes nach Motivationskriterien, die in vorherigen Studien in dieser Form nicht nachgewiesen werden konnte.

Israel-Solidarität in Welt und Jungle World: Die Grenzen des Links-Rechts-Spektrums

Anja Hempel, Sebastian Bähr & Melanie Neumann | PDF-Fulltext

Abstract: Die vorliegende Studie untersucht Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Israel-Berichterstattung der Zeitungen Welt und Jungle World. Trotz ihrer gegensätzlichen Positionierung im politischen Links-Rechts-Spektrum, ist den beiden Medien eine solidarische Haltung gegenüber dem Staat Israel gemeinsam. Damit stehen sie dem Mainstream deutscher Medien entgegen, die laut bestehenden empirischen Untersuchungen eher israelkritisch berichten.
Eine einführende Analyse des historischen Hintergrunds verortet das Verhältnis von Deutschland und deutschen Medien zu Israel und beschreibt die Entwicklung der Israel-Solidarität innerhalb der deutschen Linken und der Axel Springer AG.
Mittels einer explorativen Clusteranalyse wurden Medien-Frames ermittelt, die sich in Meinungs-artikeln der Jungle World und der Welt widerspiegeln. Ein intermedialer Vergleich zur quantitativen Verwendung dieser Frames wurde durch eine qualitative Sprach- und Themen-analyse ergänzt. Im Ergebnis des Forschungsberichts werden Hypothesen abgeleitet, die vielfältige Anknüpfungspunkte für weiterführende Forschung bieten.

Israel: A jewish state or a state for all its citizens? Eine diskursanalytische Untersuchung der arabisch-palästinensischen Minderheit und ihrer Beziehung zum israelischen Staat

Johanna Hartung & Patricia Lange | PDF-Fulltext

Abstract: Die Studie befasst sich mit dem politischen Diskurs über die aktuellen sozialen und politischen Probleme im Zusammenleben zwischen palästinensisch-arabischen und jüdischen Israelis. Ziel ist es herauszufinden, wie die Politik des Staates Israel gegenüber der arabischen Minderheit im eigenen Staat in den Medien dargestellt und bewertet wird. Zu diesem Zweck wird mittels einer Diskursanalyse die Berichterstattung der englischsprachigen israelischen Tages-zeitungen Jerusalem Post und Haaretz über das 2011 verabschiedete Admissions Committee Law untersucht. Das Gesetz gibt Gemeinden mit weniger als 400 Haushalten in den Regionen Galiläa und Negev das Recht, Auswahlkommissionen zu bilden und potentielle Einwohner auf ihre Eignung für das Leben in der Gemeinde zu prüfen.
Im medienvermittelten Diskurs spielt die ethnische und kulturelle Zugehörigkeit jüdischer und arabischer Israelis eine wichtige Rolle, wobei eine Grenzziehung auf Basis des kulturellen Bewusstseins erfolgt. Die Analyse zeigt somit, dass sich der zentrale Konflikt, der das Zusammenleben der jüdisch-israelischen Mehrheit und der arabischen Minderheit bestimmt, um die Frage nach dem Charakter des Staates Israel dreht. Soll Israel a jewish state oder a state for all its citizens sein? Diese Grundüberlegung bestimmt das Handeln des Staates auf der einen Seite und die Forderungen der arabischen Minderheit nach Gleichberechtigung auf der anderen Seite.

Israelische Public Diplomacy und ihre Wahrnehmung durch deutsche Journalisten

Florian Fleischer, Katharina Füser & Johanna Isermeyer | PDF-Fulltext

Abstract: Public Diplomacy stellt insbesondere für Staaten in internationalen Konflikten wie Israel ein wichtiges Kommunikationsinstrument dar, um ausländische Bevölkerungen zu erreichen. Der Artikel zeigt die Ergebnisse einer Studie, in der untersucht wurde, wie die israelische Public Diplomacy von deutschen Journalisten aufgenommen und verarbeitet wird. Journalisten kommt dabei eine Schlüsselrolle als Mittler zwischen dem israelischen Staat und der deutschen Bevölkerung zu. In Anlehnung an den Katalog der Public Diplomacy-Maßnahmen von Gilboa (2006) wurde die Relevanz einzelner Maßnahmen für Journalisten erfragt. Die Ergebnisse zeigen, dass persönliche Kontakte für Journalisten nach wie vor eine wichtige Quelle darstellen und nicht von Cyber-Public Diplomacy ersetzt werden können. Staatliche Public Diplomacy wird zwar wahrgenommen, jedoch wird ihre Objektivität bezweifelt, während NGOs und Stiftungen als vertrauenswürdiger eingestuft werden. Des Weiteren wird Israel in der Öffentlichkeit nach wie vor dominierend mit dem Nahostkonflikt identifiziert, was sich nach Meinung der befragten Journalisten auch in Zukunft nicht durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit verhindern lässt.

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