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Editorial

Diese zweite Ausgabe des Global Media Journals (Deutsche Edition) befasst sich mit Migrations- und Integrationsdiskursen in den Medien. Der call for papers war unter dem Eindruck der massiven öffentlichen Debatte über die Thesen Thilo Sarrazins Ende des Jahres 2010 entstanden. Der mediale Umgang mit Sarrazins Thesen führte uns wieder einmal eine zentrale Frage der kommunikations- und medienwissenschaftlichen Forschung vor Augen, nämlich die nach den Wechselwirkungen zwischen Medienberichterstattung und gesellschaftlichen Diskursen im Kontext von Migration.

Nicht immer werden rassistische Thesen auf so erschreckende Weise in die Tat umgesetzt wie von dem norwegischen Attentäter Anders Breivik oder dem deutschen Neonazi-Netzwerk. Aber Medien als Publikationsorgane und gesellschaftliche Institutionen, gestalten als Akteure die kulturelle, politische und soziale Konstruktion von EinwandererInnen und Minderheiten als „Andere“ mit. Hier setzen die Autorinnen und Autoren der vorliegenden Ausgabe des GMJ-DE an. Den Auftakt machen Elisabeth Klaus und Ricarda Drüeke (Salzburg). In ihrer eindrucksvollen Fallstudie belegen sie die Hierarchisierung der MigrantInnen in „Erwünschte“ und Unerwünschte“ in der österreichischen Presse. Die darin zitierten Einzelfälle können letztlich als wenig distanzierte Medienerzählungen der österreichischen Migrationspolitik gelesen werden. Auch im folgenden Beitrag von Ulrike Irrgang (Erfurt) werden stark polarisierende Medienimages von EinwandererInnen in den deutschen Meinungsführermedien DER SPIEGEL und BILD deutlich – etwa wenn die Darstellung von MuslimInnen zwischen prominenten Persönlichkeiten und Islamismus/ Terrorismus oszilliert und dadurch wenig Platz für die Berichterstattung über den breiten Zwischenraum muslimischer Lebensentwürfe lässt. Dennis Lichtenstein; Christiane Eilders und Julija Perlova (Düsseldorf, Hamburg) gehen anschließend am Beispiel der russischen Minderheit in Lettland der Frage nach, welche Rolle mediale Öffentlichkeiten für die Identitätsbildung in Vielvölkerstaaten haben. Wie die exterritoriale Identität der Roma in den Öffentlichkeiten in Slowenien und Polen widergespiegelt wird, untersucht der darauffolgende Artikel von Magdalena Ratajczak (Wroclaw). Hier geht es auch um europäische Minderheitenrechte, welche die Repräsentation der eigenen Kultur in den Medien sicherstellen sollen.

Außerhalb der thematisch fokussierten Sektion dieses GMJ untersuchen Susan Schenk und Mohammed Ahmed (Dresden, Kairo) anhand einer Framinganalyse die Berichterstattung von Al Jazeera Arabic und CNN International über die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2009 im Iran.

In dem Interview der Herausgeberinnen mit Sabine Schiffer (Erlangen) nehmen die Gesprächspartnerinnen nochmal den größeren Zusammenhang der medialen Migrations- und Integrationsdebatten in den Blick. Schiffer beschreibt die Konstruktion antimuslimischer Ressentiments in den Medien als Ausländerberichterstattung im neuen Gewand und insofern als jahrzehntelang gewachsenen Ausgrenzungsdiskurs – mit dem sich die Gefährdung der Demokratie durch die aktuelle Wirtschaftskrise wirksam verschleiern lasse.

Zwei Buchrezensionen runden diese Ausgaben des GMJ-DE ab.

Wir wünschen eine spannende Lektüre,

Christine Horz & Carola Richter

Review: Migrantinnen in den Medien. Darstellungen in der Presse und ihre Rezeption

Lünenborg, Margreth; Fritsche, Katharina; Bach, Annika (2011):
Migrantinnen in den Medien. Darstellungen in der Presse und ihre Rezeption. Bielefeld: transcript Verlag, Reihe „Critical Media Studies“, Band 7,
176 Seiten, ISBN 978-3-8376-1730-6.

Review von Christine Horz

Die Analyse der Repräsentation von Migranten in den Medien hat sich seit den 1990er Jahren zu einem immer wichtigeren Bereich gegenwarts-bezogener kommunikationswissenschaftlicher Forschung entwickelt. Seitdem erschienen eine Reihe von Sammelbänden und wenige Monografien, die den Anschein erweckten, das kleine Forschungsfeld sei bereits abgesteckt. Der vorliegende Band verdeutlicht jedoch, dass zentrale Aspekte bislang nicht in der Breite und Tiefe behandelt wurden, die aufgrund der Medienthematisierungen notwendig sind. Den Autorinnen der hier besprochenen Studie – Mitarbeiterinnen der Arbeitsstelle Journalistik am Institut für Publizistik- und Kommunikations-         wissenschaft der Freien Universität Berlin – kommt deshalb der Verdienst zu, sich unter Gendergesichtspunkten ausschließlich dem Thema der Mediendarstellung von Migrantinnen anzunehmen. In dem sehr zugänglich gegliederten Band geht es Margareth Lünenborg, Katharina Fritsche und Annika Bach darum, die gebräuchlichsten Medienimages der Migrantinnen zu systematisieren.

Das Buch ist in vier Kapitel unterteilt. Zuvor formulieren die Autorinnen sieben Forschungsfragen, darunter wie Migrantinnen in den Medien dargestellt und ob vielfältige Lebensentwürfe in der Berichterstattung sichtbar werden (12). Das erste Kapitel führt theoretisch in das Thema der Migrantinnen in den Medien ein. Mit dem zweiten Kapitel beginnt der empirische Teil der Studie. Es enthält die Inhaltsanalyse der Berichterstattung über Migrantinnen in fünf ausgewählten Tageszeitungen und eine Typologie der Darstellung von Migrantinnen. Das dritte Kapitel befasst sich mit der Rezeptionsanalyse und der Relevanz der Medienbilder für Migrantinnen und Nicht-Migrantinnen. Im vierten und letzten Kapitel machen die Autorinnen schließlich konkrete Vorschläge für gesellschaftpolitische Konsequenzen ihrer Studie.

Im kompakten theoretischen Auftakt (Kap. 1) führen die Autorinnen drei zentrale Kategorien ein, nämlich Gender, Ethnizität sowie Intersektionalität, um sie für die Erforschung des Medienbildes von Migrantinnen nutzbar zu machen. Sie beziehen sich auf die aktuelle Geschlechterforschung und betrachten sowohl Geschlecht als auch Ethnizität als „soziale und kulturelle Konstruktionen“ (17). In den Medien werden diese Konstrukte öffentlich verhandelt und dadurch gesellschaftlich produziert und reproduziert („doing gender, doing ethnicity“, 13). Unberücksichtigt bleibt, dass Gender und Ethnie auch politisch konstruiert werden, etwa durch das Kopftuchverbot für Lehrerinnen oder das Aufenthaltsgesetz. Durch die Medienberichterstattung werden politische Entscheidungen Teil des öffentlichen Diskurses über Migrantinnen. Verdienstvoll ist, dass die Autorinnen den Intersektionalitätsansatz in die Medienforschung einführen, denn mit dessen Hilfe können unterschiedliche Dimensionen der medialen Konstruktion der Migrantin als „Andere“, etwa als Frau, Migrantin und Muslimin, in den Medien analysiert werden. An dieser Stelle wünschenswert wäre ein expliziter Hinweis, dass Medienbilder von Migrantinnen zumeist Fremdbilder sind, da nur ein verschwindend geringer Teil der JournalistInnen einen Migrationshintergrund hat (was später im Text nachgeholt wird).

Die Darstellung des Forschungsstands zum Themenkomplex Medien und Migration enthält bei aller Prägnanz einige Widersprüche, denn der im theoretischen Teil beschriebene offene und fluide Charakter der Kategorie Ethnizität verkehrt sich in der Praxis häufig in einen essentialistischen Marker. Zu Recht kritisieren die Autorinnen zwar den Begriff „Ethnomedien“ der von Pöttker und Geissler (2005, 2006) geprägt wurde als „verengt“, „veraltet“ und zudem konzentriert auf „Medien aus dem nicht-westlichen Kulturraum“ (21). Die kritische Diskussion der theoretischen Kategorie Ethnizität insgesamt fällt jedoch zu knapp aus, schließlich enthält sie essentialistische Bestandteile und Unschärfen, so dass sie potentiell zum „Othering“ beiträgt. Zudem wirkt der Begriff Ethnizität häufig austauschbar mit „Migrationshintergrund“, so dass sich die Frage stellt, warum man nicht darauf verzichtet hat. Des weiteren wird auf die Mediennutzungsgewohnheiten von MigrantInnen eingegangen, wobei das Fernsehen vor dem Radio weiterhin das Leitmedium dieser Gruppe darstellt. Auf die Zeitungsnutzung der MigrantInnen wird leider nicht eingegangen, was jedoch als Relevanzkriterium der folgenden Zeitungsanalyse informativ und sinnvoll gewesen wäre. Die ausführliche Diskussion der Forschungslage und der Fakt, dass bislang nur sieben Studien zur Darstellung der Migrantin in den Printmedien vorgelegt wurden, verdeutlicht ein weiteres Mal die Bedeutung dieser explorativen Arbeit für die Erforschung des Themenkomplexes Medien und Migration.

Der empirische Teil (Kapitel 2 und 3) bildet den Kern der Studie, deren Stärke in der sehr gut durchdachten Methodik besteht. Sie ist die Grundlage einer stringenten Analyse, der Typologien der Mediendarstellungen von Migrantinnen, welche mit einer Gruppendiskussion verknüpft werden. Zunächst ist die Inhaltsanalyse der Presseartikel (Kap. 2) systematisch nach formalen und inhaltlichen Dimensionen der Darstellung von Migrantinnen gegliedert. Den Korpus bilden 1265 Artikel, die im Zeitraum von 2005 bis 2008 in zwei überregionalen (FAZ, TAZ), zwei regionalen Zeitungen (Kölner Stadtanzeiger, WAZ), sowie dem Boulevardblatt BILD erhoben wurden. Anhand dessen  ermitteln die Autorinnen eine Typologie des Medienimages von Migrantinnen, nämlich das Opfer, die Prominente, die Nachbarin, die Integrationsbedürftige, die Erfolgreiche und die Unerwünschte (81). Alle sechs Typologien werden quantitativ anhand von Grafiken und Tabellen und qualitativ anhand von Textbeispielen ausführlich begründet. Sehr aufschlussreich sind die Abbildungen von Zeitungsfotos von Migrantinnen, welche exemplarisch die visuellen Darstellungsmuster der Presse illustrieren. Wie die Autorinnen nachweisen, werden Migrantinnen zumeist als Opfer beschrieben, an zweiter Stelle folgt die Prominente. Zu den wichtigen Befunden zählt, dass die Qualitätszeitungen (TAZ, FAZ) meist das Bild des Opfers zeichnen, die Migrantin demnach als passiv beschreiben. Die BILD-Zeitung hingegen porträtiert Migrantinnen zu einem überwiegenden Teil als Prominente und damit als aktive und erfolgreiche Frauen. Die größte Vielfalt der Medienbilder von Migrantinnen machen die Autorinnen im Lokalteil aus. Die tiefergehende Reflexion der Ergebnisse sowie die Rückbindung an die Theorie fallen hier recht knapp aus. So wäre die Diskussion der gesellschaftlichen Bedeutung dieser Darstellungsmuster sowie der Nachweis von Intersektionalität an konkreten Beispielen nutzbringend gewesen, was die anschließende Gruppendiskussion nur zum Teil ergänzt. Zudem hat der Fehlerteufel in der Zusammenfassung zugeschlagen, denn Seite 103 wurde bei der Bindung mit S. 104 vertauscht.

Die Analyse der Gruppendiskussion bietet sehr interessante Einblicke, wie die medialen Inszenierungen von Migrantinnen selbst sowie von deutschen Medienkonsumentinnen wahrgenommen werden. Implizit erlaubt dieser Teil auch Rückschlüsse auf die Mediengewohnheiten der Befragten. So lehnen Migrantinnen ohne höheren Schulabschluss die öffentlich-rechtlichen Fernsehsendungen ab, da sie zu stereotyp über Einwanderung berichteten (139). Das Reflektieren des größeren Zusammenhangs hätte diese Befunde sicher spannend ergänzt, denn gerade die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten inszenieren sich durch Maßnahmen wie den Studien zur Mediennutzung von MigrantInnen oder dem CIVIS-Preis als Vorreiter für mehr Vielfalt in den Medien – was die Zielgruppe offenbar anders empfindet. Die Autorinnen beschreiben anhand von Originalzitaten, wie Einwanderinnen im Alltag von stereotypen Medienbildern betroffen sind, etwa wenn sie im Gespräch mit Nicht-Migranten immer wieder bestehende Vorurteile über ihre Religion (Islam) ausräumen müssen, die offenbar direkt aus den Medien übernommen wurden. Sehr interessant ist der Befund, dass die nicht-migrantischen Gesprächspartnerinnen kaum sensibel für die unbalancierte Berichterstattung über Migrantinnen sind, was wohl auch damit zusammenhängt, dass in den Medien kaum Innenansichten aus dem Alltag der Migrantinnen zu finden sind. Insofern rundet das vierte und letzte Kapitel die Studie sehr gut ab, wobei einer der Vorschläge der Autorinnen die „Sensibilisierung und Qualifizierung für migrantische Berichterstattung“ fordert.

Diese lesenswerte und facettenreiche Studie bietet insgesamt einen sehr guten und systematischen Überblick über die Darstellungsmuster von Migrantinnen in der Presse. Für die universitäre Lehre dürfte dieser kompakte Band unverzichtbar werden. Dass es sich hierbei nicht einfach um eine Variante des Themas Medien und Migranten handelt, wird gerade am Beispiel der muslimischen Frau deutlich, die in den Medien mit stereotypen Begriffen wie Importbraut, Zwangsheirat, Ehrenmord und Kopftuchmädchen assoziiert wird und dadurch im medialen Diskurs als Verkörperung der kulturellen Grenze zwischen christlich und islamisch geprägten Gesellschaften konstruiert wird. Auch wenn an einigen Stellen eine vertiefendere Analyse spannend gewesen wäre, bietet diese Studie doch einen sehr informativen Ausgangspunkt für mögliche Weiterentwicklungen der theoretischen als auch der empirischen Erforschung der Medienbilder von Migrantinnen.

Review: Communicating Social Change: Structure, Culture, and Agency

Dutta, Mohan J. (2011): Social Change: Structure, Culture, and Agency. London: Routledge. 342pp.; ISBN 978-0415878746.

Review von Dirk Claas-Ulrich

With Communicating Social Change. Structure, Culture, and Agency Mohan J. Dutta is enthusiastically engaged in the constantly contentious debates of structurally caused inequalities and disparities in current inter-/intranational relations. From a critical theory perspective, he analyzes the significance and modes of peripheral/subaltern communication processes towards a global societal change and structural transformation by examining inherent hegemonic alignments of common theories, methodologies, and politics. These are finally contrasted with a refreshing margin-sensitive approach to social change that attempts to communicatively overcome the adherence to the prevailing neoliberal dogma.
The volume in its outline is divided into three parts and encompasses, along with a theoretical-conceptual part, an issue specific and communication oriented part as well.
In the first part, the proposed culture-centered approach to social change communication is characterized as strongly affiliated with traditions of thought such as postcolonial theory and subaltern studies. Drawing from these theoretical foundations, Dutta situates his approach in a wider theoretical framework of (global) social change communication, distinguishing it from parallel existing academic approaches like modernization theory driven development campaigns, likewise top-down oriented Marxist theory, as well as conventional ideas of participatory development. Thereby the culture-centered approach emphasizes an explicit orientation towards processes of structural transformation and a grassroots/participatory perspective at once – albeit a slightly terminologically incoherent visualization of the theoretical framework is provided (figure 1.1, p. 33). Ultimately, its twofold intentions are an interrogation of the predominant global hegemonic structures dominantly shaped and perpetuated by a neoliberal model of globalization and the commitment to a pronounced engagement with the global margins.
In doing so, an often-missed sensitivity and presumably still neglected awareness towards peripheral or subaltern perspectives and voices and their significance for social change and structural transformation processes are claimed. Hence, dialogue is understood as a pivotal communicative idea within the approach’s participatory aspirations of enhanced visibility of subalternity in social and political main discourses on redefining the (global) common good. Furthermore, Dutta’s culture-centered approach itself is contextualized by the triad of interdependent constituents as structure (implicit or explicit configurations of societal resource access), culture (meaning, interpretation), and agency (explicit capability of independent choices by marginalized individuals and groups in negotiating structural conditions). In a general sense these aspects are understood as principal constituents in enabling or restricting pathways of societal change. In particular, the participatory perspective within the culture-centered approach, accentuated by the aspect of agency, should have been further elaborated on in the theoretical part of the book to ensure a more precise distinction from the described participatory development angle and its mainly rhetorical commitment to an inclusive participation from the very beginning of reasoning – notwithstanding a more sophisticated description is provided in the ninth chapter.
The second part is dedicated to the most urgent issues of our time and thereby reflects the agenda of the UN-Development Goals (MDG) to a large extent. Thus, the current patterns and underlying causes of poverty, inequalities in relation to agriculture and food security, as well as health and gender issues are investigated in separate chapters and illustrated by numerous case studies of concerned world regions that are predominantly perceived as having peripheral importance. The core reason for the observed conflictual status quo in context of the issue specific foci above is, synoptically stated, traced back to the neoliberal formula of liberalization, deregulation, and privatization, whereas this triad is related to the canon of Western values and the constitutive assumptions of modernization theory. Therefore, development policies and programs following the Washington Consensus like NAFTA (North American Free Trade Agreement), GATT (General Agreement on Tariffs and Trade), TRIPS (Agreement on Trade Related Aspects of Intellectual Property Rights), and Structural Adjustment Programs recommended by global institutions such as the International Monetary Funds (IMF) and the World Bank are understood as a self-perpetuation of existing structural inequities. It is argued that, due to the prevailing trust in the invisible hand or self-regulating mechanisms of the free market, these policies are counteracting the superordinate purpose of a just and root-sensitive social change process.
Although Dutta on the whole presents a conglomerate of familiar arguments, it is noteworthy that he follows his suggested culture-centered approach by consequently referencing otherwise systematically omitted subaltern voices from the social periphery. Accordingly, he intentionally stresses the relationship between the so-called material and symbolic realm – meaning the interdependence of material prosperity and the symbolic representation in main discourses or the mainstream public sphere. Notably the latter enables marginalized groups to question their own persistent absence, to interrogate the dominant political, economical, as well as social structures, and to enact agency by communicatively initiating processes of structural redefinition and transformation.
Therefore especially the third part of this volume deals with the epistemological modus and wide ranged opportunities of communication together with organizational, mobilization specific and media related aspects of communication as a fundamental entity of social transformative processes. Preliminary, dialogue as an essential communicative modus is conceptualized as crucial to the idea of the culture-centered approach. Hence, dialogue understood as influencing, as well as effected instance in the interplay of structure, culture, and agency promotes, due to its engagement with subaltern perspectives, disruptions of persistent marginalization routines. Further following Dutta, nevertheless, a strong solidary commitment to the transformation process itself, a high degree of process related reflexivity, and a methodological self-reflexivity are indispensible to purposefully establish inclusive subaltern dialogic spaces, to avoid a monopolization or co-optation of these alternative discourse spaces by still hegemonic structures, to adequately meet the heterogeneity of the subaltern space, and to scrutinize methodological tool kits and theoretical knowledge categories either way.
Against the backdrop of a primarily mass media-shaped understanding of societal communication, Dutta furthermore introduces a diverse compilation of performance-based opportunities of communication in the subsequent seventh chapter. Among these alternative forms of expressions, phenomena like street protest, speeches, poetry, visual art, theater, but also (hunger) strikes, and suicides are regarded as symbolic representations which are challenging common assumptions of social reality and therefore conscientize and mobilize publics from a local to a global scale. Moreover, in chapter eight a rough overview of social mobilization related aspects is provided in an even more practice-oriented manner. By addressing challenges of issue identification and framing, adequate information sharing, tasks of establishing a movement identity as well as interlinkages into transformative global policy networks, a number of significant factors for a succeeding social change process are stressed and discussed. Required networking and lobbying efforts with institutionalized political structures and a sensitivity towards conflict-regulating mechanisms, due to competing ideas in heterogeneous movements, as well as an awareness of co-optation tendencies are completing this enumeration.
Although the reviewer does not in the least depreciate the potential virtues of the introduced forms of performative communication mentioned above, a particular focus (tenth chapter) on the media in increasingly mediatized societies is ineluctable – wherein the relative relevance of mass media communication, due to the highly differentiated societal character, plays a vital role in restricting and enabling resonance with a broader audience contesting the hegemony of the criticized dominant structures. But even though power as an important media-related issue in a widely neoliberal (global) context is thematized by Dutta, the missing in-depth reflection of conflicting relationships between mainstream mass media and subaltern media in mediated public spheres remains disputable. In focusing intentionally on access-related aspects of media communication, illustrated by an impressive number of significant examples of alternative media outlets (e.g. Z Magazine), ICT-media induced, mobilized, or supported social movements (e.g. prominent the Zapatista movement and ATTAC among others), alternative media projects are, to some extent, depicted as quasi-autarkic, self-sufficient entities. In redefining issues and reframing solutions, they are held to offer challenges to the mainstream media, but Dutta – all too euphoric – thereby neglects to question the seemingly minor impacts and only slightly sustainable influences on (global) mainstream discourses related to issues of peripheral media representation in social transformation processes. Notwithstanding, the exemplary current media performance of the Occupy Wall Street movement mainstream media logics (e.g. news values, temporal news definition) are obviously incidentally mapping with the zeitgeist rather than declaring social progress as a new leading maxim. Therefore, the indubitable importance of alternative/subaltern media outlets in general – or as in the latter case of the Canadian magazine Adbusters – is not to be diminished although effectiveness must, to some extent, be qualified in the culture-centered approach suggested by Dutta. Finally, in the closing chapter of this volume, the potential role of academia in global transformative processes is stressed. Hence, a permanent deconstruction of power structures in academic knowledge generation is claimed and a constant reflexivity on theory, methodology, and praxis is understood as a critical expression of a necessary commitment to the deeply political project of social change and engagement with the global margins.
Unfortunately, by an unfavorable formal representation of the book’s (chapter inherent) heading structure, reading orientation is frequently attenuated while a more sophisticated approach to the sectioning would have helped to avoid an often confusing situation which interferes with the intended coherent line of reasoning.
In sum, Dutta’s contribution could be understood as an emphatic plea to interrogate the status quo of international and inter-/intra-societal relations and despite partially repetitious claims against the global neoliberal hegemony, this volume pleasantly emphasizes the fundamental impact of a locally inspired approach to communication for a progressive movement which particularly dedicates itself to a pan-global process of social change aiming a more equitable balance of power that is shaping community of mankind‘s kismet. In any case, this volume is appropriately published at a time when almost ontologically received paradigms – like the neoliberal one – are increasingly facing resistance and an explicit re-articulation in contexts of the current financial and economic crisis scenario. This temporal constellation could, as presumably desired by Dutta, provide the social impetus for a conscious rediscovery of the marginalized majority in a communicatively constituted world society whose basal structural entanglements are neglected more often than not. Applying the pivotal ideas of the author’s culture-centered approach could, therefore, help smoothen the ubiquitous fault lines of a rigorous neoliberal hegemony by refusing an atomistic individualism in favor of a collectively understood social change, nurturing the thought of radical redistributive justice in political, economical, and communicative terms on a local, national, and global scale.

More or less desirable citizens: Mediated spaces of identity and cultural citizenship

Elisabeth Klaus & Ricarda Drüeke | PDF-Fulltext

Abstract: Based on the concepts of cultural citizenship and media-constructed spaces of identity the article explores how issues of migration, residency and citizenship are discussed in the Austrian press. The authors are interested in two questions: Which spaces of identity does media create for migrants and locals? And which markers of citizenship are used in migration policies? The analysed articles stem from a national quality paper (Der Standard), a very influential boulevard paper (Kronen Zeitung) and one of the major regional newspapers (Salzburger Nachrichten). The analysis focuses on four case studies: Arigona Zogaj and her family were denied permanent residency after having spent many years in Austria. In the only terrorist trial in Austria to date, Mona S. was symbolically excluded from Austrian citizenship. The reporting in these cases is contrasted with those related to two persons in the attention of public interest– the famous opera singer Anna Netrebko and the actor Christoph Waltz –, who were granted citizenship rights on the grounds of exceptional cultural achievements in the interest of the Austrian nation. The media coverage shows that cultural dimensions of citizenship are used as important indicators for determining the entitlement to permanent residency and citizenship. Belonging to a nation is linked to cultural factors such as wearing the right clothes, behaving properly or speaking the language and having attended an Austrian school. Along these lines migrants are divided into two groups of good and bad foreigners, but issues of power and social hierarchies of gender, race and class are involved here as well. While this holds true for all three papers, the Boulevard press is adhering to an extremely personalized style, while the quality paper is linking the specific cases to the debate on migration policies and laws.

Beyond Sarrazin? Zur Darstellung von Migration in deutschen Medien am Beispiel der Berichterstattung in SPIEGEL und BILD

Ulrike Irrgang | PDF-Fulltext

Abstract: This paper examines how the German news magazine DER SPIEGEL and the daily BILD cover the issue of migration in Germany.  As other studies in the early 1990s have shown, the debate in both print media was dominated by negative and polemic articles. The analysis conducted in this paper clarifies to what extent this also applies to the more recent news coverage. By using quantitative and qualitative content analysis, the paper tries to answer the following questions: What kind of actors and institutional players are involved in the covered debate? How is the phenomenon of migration framed politically, economically or culturally? In which way do both news media evaluate migration? The case study includes 30 articles of DER SPIEGEL and 54 articles of BILD; all of them were published in August and October 2010. At that time, Thilo Sarrazin released his book “Deutschland schafft sich ab” which focuses on Muslim immigration and revived the public debate on immigration and integration in Germany. The paper also examines, if this event has affected the news coverage.

The results show that the daily BILD still covers migration in a very unbalanced manner.  Muslim immigrants are predominantly represented as a threat to the “German culture”. DER SPIEGEL covers the debate in a more differentiated way with articles written by migrants showing Muslims and migrants as part of the German society. However, there are also statements made by politicians as well as entire articles that only emphasise the economic benefit of migration and thereby objectify people with a migrant background. In both print media, the book release had an apparent effect on the coverage. This can be recognized by an increase of articles on migration in October 2010.

Integrationsprozesse in segmentierten Öffentlichkeiten. Die EU als Integrationschance für die Parallelgesellschaften in Lettland?

Dennis Lichtenstein, Christiane Eilders und Julija Perlova | PDF-Fulltext

Zusammenfassung: Der Beitrag untersucht die Sozialintegration der lettisch-sprachigen Mehrheit und der russisch-sprachigen Minderheit in Lettland im öffentlichen Diskurs. Er geht der Frage nach, ob über die Integration des Staates in die EU auch die Integrationsdefizite zwischen lettisch- und russisch-sprachigen Gruppen überwunden werden können. Den theoretischen Hintergrund für die Auseinandersetzung mit der lettischen Integrationsproblematik bilden einerseits Integrationstheorien aus der Öffentlichkeitsforschung und andererseits Ansätze zur Entstehung europäischer Identität. Mithilfe einer Inhaltsanalyse werden Übereinstimmungen und Unterschiede in den lettisch- und russisch-sprachigen Tageszeitungen in Lettland im Kontext der Europawahlen 2004 und 2009 identifiziert. Die Befunde zeigen, dass die Teilöffentlichkeiten zwar ein ähnliches Themenrepertoire aufweisen und auch die Konstruktionen kollektiver Identität von Lettland als Nation und als EU-Mitglied jeweils weitgehend übereinstimmen. Im Zeitvergleich lässt sich für beide Indikatoren jedoch eine gegenläufige Bewegung in den jeweiligen Gruppen feststellen, so dass kaum von einer zunehmenden Integration ausgegangen werden kann.

Does Al Jazeera make a difference? The framing of the Iranian election 2009 by Al Jazeera Arabic and CNN International

Susan Schenk & Mohamed Ahmed | PDF-Fulltext

Abstract: The election in Iran 2009 caused a serious crisis in Iranian society. The news media around the world reported about alleged manipulation, election fraud and other irregularities. “Where is my vote?” became the rallying cry of Iran’s opposition. This paper presents a cross-national comparative media analysis of news reporting on the Iranian election and the subsequent national and international reactions. It focuses on how a controversial political event was covered by two of the world´s leading television news broadcasters: Al Jazeera Arabic and CNN International, with a particular focus on Al Jazeera. Two theoretical frameworks were adopted: a contra-flow approach – Al Jazeera as an alternative source of news – as well as its role with respect to democratization. Two flagship news programs were analyzed over a six-week period in summer 2009. With quantitative framing analysis as the central methodology (using statistical factor analysis), we focused on the content of 66 television news stories.

Representation and Visibility. Roma in the Media

Magdalena Ratajczak | PDF-Fulltext

Abstract: This article is divided into three main parts. The first is an overview of the situation of the Roma minorities in Slovenia and Poland. The second part of the article presents minority broadcast media and the main elements of the legal and institutional framework they operate in. Finally, this article focuses on the visibility of Roma in the media. This article draws attention to cultural pluralism and how cultural pluralism is implemented by the public service broadcasters in Poland and Slovenia, particularly in the context of the presence of Roma minorities in the media. The research is based on 15 interviews carried out in Slovenia and Poland between 2006-2009 with journalists, editors, researchers, workers of NGOs, government representatives and Roma minority leaders. This study is also based on policy documents, reports of governments, NGOs and international organisations, academic literature and content analysis of Roma minority media.

“Produkt eines jahrzehntelangen Kommunikationsprozesses“

„Produkt eines jahrzehntelangen Kommunikationsprozesses“
Interview mit Dr. Sabine Schiffer zu Migrationsdiskursen in den Medien | PDF-Fulltext

Abstract: GMJ: Seit etlichen Jahren wird von der Forschung das Problem stereotyper Darstellungen von MigrantInnen in den Medien beklagt. Hat sich in den deutschen Mainstream-Medien aufgrund dieser Debatte etwas verändert? Wenn ja, was und wie lässt sich das festmachen?
Dr. Sabine Schiffer: Wenn überhaupt, dann hat sich zu wenig geändert. Die Angebote sind ein bisschen bunter geworden – mit nicht ganz so deutsch klingen-den Moderatorennamen im Morgenmagazin bei ARD und ZDF zum Beispiel. Aber …

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You are invited to send full paper submissions addressing any topic relevant to international or transcultural communication and media until August 15, 2020 to be considered for the Autumn/Winter issue.

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