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Archiv – Jahrgang 4, Nr. 1

 

Jahrgang 4, Nr. 1

Frühling / Sommer 2014

Special issue: Der Nahostkonflikt und die Medien

Editorial

Carola Richter

Der Nahostkonflikt und die Medien (article in German)

special issue

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Akademische Artikel

Eugenia Levine & Marie Louise Posdzich

Auslandskorrespondenten im Spannungsfeld des Nahostkonfliktes. Das Selbstbild von Korrespondenten deutscher Medien in Israel und den palästinensischen Gebieten (article in German)

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Mareike Witte

Gaza revisited: Eine inhaltsanalytische Untersuchung der Berichterstattung deutscher Qualitätszeitungen über die Gaza-Kriege 2008/2009 und 2012 (article in German)

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Anja Hempel, Sebastian Bähr & Melanie Neumann

Israel-Solidarität in Welt und Jungle World: Die Grenzen des Links-Rechts-Spektrums (article in German)

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Florian Fleischer, Katharina Füser & Johanna Isermeyer

Israelische Public Diplomacy und ihre Wahrnehmung durch deutsche Journalisten (article in German)

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Kathrin Baumann, Sabine Cygan & Ariane Trautvetter

Palästinensische NGOs als Agenda-Builder? Eine Befragungsstudie zur Interaktion zwischen deutschen Auslandskorrespondenten und NGOs im Nahen Osten (article in German)

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Miglė Bareikytė, Ingo Dachwitz & Lu Yang

Living with Control, Working with Control: Reflections of Israeli Journalists (article in English)

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Johanna Hartung & Patricia Lange

Israel: A jewish state or a state for all its citizens? Eine diskursanalytische Untersuchung der arabisch-palästinensischen Minderheit und ihrer Beziehung zum israelischen Staat (article in German)

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Essays

Marlen Bartsch

The Return of the Cultural Exception and its Impact on International Agreements (article in English)

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Medienpraxis & Forschungsberichte

Jassim M. Jaber & Carola Richter

Building on Area Studies Expertise: The Arab-European Association for Media and Communication Researchers (article in English)

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Graduate Section

Sara S. Elmaghraby

Cartoons and the Egyptian Transition: A Qualitative Analysis of Egyptian Newspapers (article in English)

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Buchrezensionen

Irit Neidhardt

Jyotsna Kapur & Keith Wagner (2011): Neoliberalism and Global Cinema. Capital, Culture, and Marxist Critique (review in English)

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Felix Koltermann

Florian Ebner & Constanze Wicke (2013): Kairo. Offene Stadt: Neue Bilder einer andauernden Revolution (review in German)

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Foteini Kalantzi

Tzogopoulos, George (2013): The Greek Crisis in the Media. Stereotyping in the International Press (review in English)

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Christine Horz

Klaus, Elisabeth; Wischermann, Ulla (2013): Journalistinnen. Eine Geschichte in Biographien und Texten. 1848-1990 (review in German)

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Diese Einführung in eine Themenausgabe zu den vielfältigen Rollen der Medien im Nahostkonflikt skizziert die Probleme, die sich für Medien und Journalisten als Akteure im Konflikt, Adressaten der Konfliktparteien und Anlass für Konflikt durch ihre Berichterstattung ergeben. Das Konfliktgebiet Israel und Palästina ist sowohl für Forschung über Auslandsbericht-erstattung, über transnationale Agenda Building- und Public Diplomacy-Prozesse als auch über mediensystemische Entwicklungen in Besatzer- und Besatzungsgebieten interessant. Der Artikel gibt einen Überblick über das Feld und führt dabei in die in der Themenausgabe präsentierten empirischen Studien zum Nahostkonflikt und den Medien ein.
Die Studie untersucht anhand von dreizehn teilstrukturierten Leitfadeninterviews das journalistische Rollenselbstverständnis der in Israel und den palästinensischen Gebieten stationierten Auslandskorrespondenten deutscher Medien. Mithilfe des modifizierten Mehrebenenmodells von Esser werden die Einflussfaktoren auf das Selbstverständnis anhand von vier Analyseebenen – der Subjekt-, Institutions-, Medienstruktur- und Gesellschaftssphäre – gegliedert. Von Interesse ist, durch welche Einflussfaktoren sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Rollenselbstverständnis erklären lassen. Während sich deutsche Journalisten gemeinhin als neutrale Vermittler und Informationsjournalisten einordnen, sehen sich die befragten Journalisten dezidiert als Gesellschaftsübersetzer. Ein überraschendes Ergebnis ist, dass sie zusätzliche Ambitionen aufweisen, Kritik an Missständen zu üben und eine gewisse Subjektivität zugeben, die allerdings nicht als Gegensatz zu den gängigen Qualitätskriterien Vollständigkeit, Objektivität und Verständlichkeit zu verstehen ist. Ein neuer Befund ist außerdem die Differenzierung des Selbstbildes nach Motivationskriterien, die in vorherigen Studien in dieser Form nicht nachgewiesen werden konnte.
Diese Studie untersucht die Berichterstattung über die beiden Gaza-Kriege 2008/2009 und 2012 in den überregionalen Tageszeitungen Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und die tageszeitung (taz). Der Schwerpunkt liegt auf den Unterschieden in der Berichterstattung über den ersten und den zweiten Gaza-Krieg sowie zwischen der Berichterstattung der FAZ und der taz gemäß ihrer Positionierung im publizistischen Rechts-Links-Spektrum. Es wird angenommen, dass die Orientierungs- und Kritikfunktion der Tageszeitungen durch die redaktionelle Linie und das News Management staatlicher Akteure inhaltlich beeinflusst werden. Zu den zentralen Ergebnissen zählt, dass sich lediglich Unterschiede in der Berichterstattung über den ersten und den zweiten Gaza-Krieg identifizieren lassen. Die redaktionelle Linie von FAZ und taz hat kaum einen moderierenden Einfluss. Die Berichte und Kommentare zum zweiten Gaza-Krieg sind in beiden Tageszeitungen Israel-freundlicher als während des ersten Gaza-Kriegs. Diese für Israel positive Entwicklung der Berichterstattung lässt sich möglicherweise auf das News Management der israelischen Armee und den weniger opferreichen Kriegsverlauf der israelischen Luftoffensive zurückführen.
Die vorliegende Studie untersucht Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Israel-Berichterstattung der Zeitungen Welt und Jungle World. Trotz ihrer gegensätzlichen Positionierung im politischen Links-Rechts-Spektrum, ist den beiden Medien eine solidarische Haltung gegenüber dem Staat Israel gemeinsam. Damit stehen sie dem Mainstream deutscher Medien entgegen, die laut bestehenden empirischen Untersuchungen eher israelkritisch berichten.

Eine einführende Analyse des historischen Hintergrunds verortet das Verhältnis von Deutschland und deutschen Medien zu Israel und beschreibt die Entwicklung der Israel-Solidarität innerhalb der deutschen Linken und der Axel Springer AG.

Mittels einer explorativen Clusteranalyse wurden Medien-Frames ermittelt, die sich in Meinungsartikeln der Jungle World und der Welt widerspiegeln. Ein intermedialer Vergleich zur quantitativen Verwendung dieser Frames wurde durch eine qualitative Sprach- und Themenanalyse ergänzt. Im Ergebnis des Forschungsberichts werden Hypothesen abgeleitet, die vielfältige Anknüpfungspunkte für weiterführende Forschung bieten.

Public Diplomacy stellt insbesondere für Staaten in internationalen Konflikten wie Israel ein wichtiges Kommunikationsinstrument dar, um ausländische Bevölkerungen zu erreichen. Der Artikel zeigt die Ergebnisse einer Studie, in der untersucht wurde, wie die israelische Public Diplomacy von deutschen Journalisten aufgenommen und verarbeitet wird. Journalisten kommt dabei eine Schlüsselrolle als Mittler zwischen dem israelischen Staat und der deutschen Bevölkerung zu. In Anlehnung an den Katalog der Public Diplomacy-Maßnahmen von Gilboa (2006) wurde die Relevanz einzelner Maßnahmen für Journalisten erfragt. Die Ergebnisse zeigen, dass persönliche Kontakte für Journalisten nach wie vor eine wichtige Quelle darstellen und nicht von Cyber-Public Diplomacy ersetzt werden können. Staatliche Public Diplomacy wird zwar wahrgenommen, jedoch wird ihre Objektivität bezweifelt, während NGOs und Stiftungen als vertrauenswürdiger eingestuft werden. Des Weiteren wird Israel in der Öffentlichkeit nach wie vor dominierend mit dem Nahostkonflikt identifiziert, was sich nach Meinung der befragten Journalisten auch in Zukunft nicht durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit verhindern lässt.
NGOs sind in den palästinensischen Gebieten wichtige Akteure im humanitären wie auch im politischen Sinne. Im Fokus der Studie steht die Interaktion zwischen deutschen Auslandskorrespondenten und palästinensischen NGOs. Anhand einer Befragung und einer qualitativen Inhaltsanalyse werden die Strategien und Instrumente der NGO-Pressearbeit ebenso wie die Relevanz der NGO-Kommunikation für Auslandskorrespondenten der deutschen Presse sowie die Evaluation der Interaktionen von beiden Seiten beleuchtet.

Die Befragung zeigt, dass die betrachteten NGOs zwar das Ziel verfolgen, ihre Agenda an die internationalen Medien zu vermitteln und hierbei die Auslandskorrespondenten mit dem klassischen Repertoire der Pressearbeit ansprechen, doch sie benennen begrenzte Ressourcen und westliche Voreingenommenheit als zentrale Hindernisse. Die Auslandskorrespondenten betonen ihr Selbstverständnis als objektive Vermittler und äußern sich entsprechend kritisch angesichts emotionalisierter Darstellungen und engen Verflechtungen zwischen Regierungs- und NGO-Strukturen. Abhängig von ihrer Glaubwürdigkeit sprechen die Journalisten ausgewählten NGOs dennoch den Status einer relevanten Quelle zu. Die Studie gibt Aufschluss über die weiterhin als asymmetrisch zu bezeichnende Beziehung zwischen Auslandskorrespondenten und NGOs in den palästinensischen Gebieten und bietet Anknüpfungspunkte für weitere Untersuchungen.

In this paper, liberal democracy is problematized by examining one paradox inherent to its conceptualization and practice: the possibility for those elected in to power to call out the state of exception, thereby implementing mechanisms of control through the system of law. At the same time, our assumption is that people are not only controlled by instruments of the state, but also by their self-imposed control and built-in processes of socialization and adaption. Thus we conceptualize a theoretical framework where the use of big words like “democracy” and “freedom” is changed into the analysis of external and internal control mechanisms in a democracy based on the idea of sovereignty.

To combine this theoretical groundwork with empirical practice, we conducted qualitative interviews with Israeli journalists. In doing so, we wanted to analyze their reflections on what could be considered the potential control of a professional group of media practitioners whose role it is to expose the misuse of power, and act as a watchdog in a democratic society. Israel is used as an intensified example, because it is a liberal democracy where the state of emergency has endured for over fifty years. This has affected its media landscape through control mechanisms, such as media censorship or gag orders. The reflections of these Israeli journalists did pave the way for our explorative research to question the extent of “freedom” in any democracy that is based on the idea of sovereignty and focus on the mechanisms which limit and control their actions.

Die Studie befasst sich mit dem politischen Diskurs über die aktuellen sozialen und politischen Probleme im Zusammenleben zwischen palästinensisch-arabischen und jüdischen Israelis. Ziel ist es herauszufinden, wie die Politik des Staates Israel gegenüber der arabischen Minderheit im eigenen Staat in den Medien dargestellt und bewertet wird. Zu diesem Zweck wird mittels einer Diskursanalyse die Berichterstattung der englischsprachigen israelischen Tages-zeitungen Jerusalem Post und Haaretz über das 2011 verabschiedete Admissions Committee Law untersucht. Das Gesetz gibt Gemeinden mit weniger als 400 Haushalten in den Regionen Galiläa und Negev das Recht, Auswahlkommissionen zu bilden und potentielle Einwohner auf ihre Eignung für das Leben in der Gemeinde zu prüfen.

Im medienvermittelten Diskurs spielt die ethnische und kulturelle Zugehörigkeit jüdischer und arabischer Israelis eine wichtige Rolle, wobei eine Grenzziehung auf Basis des kulturellen Bewusstseins erfolgt. Die Analyse zeigt somit, dass sich der zentrale Konflikt, der das Zusammenleben der jüdisch-israelischen Mehrheit und der arabischen Minderheit bestimmt, um die Frage nach dem Charakter des Staates Israel dreht. Soll Israel a jewish state oder a state for all its citizens sein? Diese Grundüberlegung bestimmt das Handeln des Staates auf der einen Seite und die Forderungen der arabischen Minderheit nach Gleichberechtigung auf der anderen Seite.

This essay examines the influence of the French concept of the “cultural exception” on European media policy and international agreements. After briefly reviewing the historical background of the cultural exception in France, the essay describes how demands for the cultural exception and those for diversity affect inter-/transnational agreements within the European Union and around the world. Special focus is placed on the current secret EU/US Transatlantic Trade and Investment Partnership Agreement (TTIP) negotiations that nearly failed because of France’s insistence that media and culture be exempted. The author argues that the concept of the “cultural exception” has been revived in recent years. However, due to the dual character of media (which is both a cultural and economic good), and the lack of a global media policy, the culture and trade debate will continue.
This short article introduces the new Arab-European Association for Media and Communication Researchers (AREACORE) as the manifestation of the necessity to strengthen area expertise in communication studies. The reasons for founding this association fit into the broader framework of de-westernization attempts, while also allowing for dialogue to take place on an equal footing. The authors invite all interested communication researchers to join the network and build up an Arab-European network of communication studies expertise.
Since the Egyptian revolution of 25 January, cartoonists have depicted the transition taking place in this country in several ways. This study aims to analyze the cartoons drawn about this transition period in Egypt in seven different Egyptian newspapers. This is done through a qualitative analysis of 80 cartoons published between 28 June and 4 July 2013, as this period saw the ousting of elected president Mohamed Morsi by the military general Abdel Fattah Al-Sisi. The study observes the different depiction of various topics, actors and visual frames used by the seven newspapers during the analyzed period, in accordance with their particular viewpoint of the transition in Egypt.

Next Issue

Open Call for Autumn/Winter 2018 issue


You are invited to send full paper submissions addressing any topic relevant to international or transcultural communication and media until August 18, 2018.

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The Global Media Journal - German Edition (GMJ-DE) is part of a network of academic peer-reviewed open-access journals around the world

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The German Edition is edited by Prof. Dr. Carola Richter and Dr. Christine Horz and hosted at Freie Universität Berlin and the University of Erfurt.

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