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Internet(forschung) in der arabischen Welt: Laute Hoffnungen, leiser Wandel

Ein Essay von Ines Braune | PDF-Fulltext

Abstract: Seit der Einführung neuer Medien in der arabischen Welt werden immer wieder die Hoffnungen und Visionen genährt, der veränderte Zugang zu und Umgang mit Informationen bringe die starren Systeme ins Wanken.

Satellitenfernsehen versprach erstmals Zugang zu Informationen (und Unterhaltung), die nicht von den jeweiligen nationalstaatlichen Fernseh- und Rundfunkanstalten für die Bevölkerung konzipiert waren. Standen die Entstehung und Entwicklung der Rundfunk- und Fernsehsysteme in engem Zusammenhang mit der Etablierung der Nationalstaaten nach ihrer Unabhängigkeit, so versprach der Zugang zu Informationen über auswärtige Kanäle neue Impulse für die Entwicklung. Die Regierungen der arabischen Staaten reagierten in den 1990er Jahren zunächst mehr oder weniger restriktiv auf die Einführung des Satellitenfernsehens bis sie selbst Satellitensender entwickelten.

Viel unbeherrschbarer scheinen die Konsequenzen, die mit der Einführung des Internets verbunden sind. Losgelöst von raumzeitlichen Grenzen werden Informationen für jedermann verfügbar, auch für die politischen Oppositionsbewegungen, die sich mit Hilfe des Internets sammeln und vereinen können.
Gerade mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen in Tunesien und Ägypten scheinen die Vernetzungsmöglichkeiten des Web 2.0 von besonderer Brisanz. Viele politische Systeme in der arabischen Welt geraten ins Wanken, nachdem zunächst der tunesische Machthaber Ben Ali abgetreten ist. Aber welchen Anteil haben daran die Medien? Um zu polarisieren, behaupte ich: keinen ausschlaggebenden.


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